Der süße Wüstentraum ist geplatzt: Die „Dubai-Schokolade“ von Aldi Süd hat vom Oberlandesgericht Köln ein strenges „Zurück in den Schrank!“ kassiert. Grund: Sie kommt gar nicht aus Dubai, sondern – Trommelwirbel – aus der Türkei. Das Gericht entschied: Nur weil „Dubai“ auf der Packung steht, darf da nicht plötzlich „Istanbul inside“ sein.
Der Fall hat bereits in Österreich die Gemüter erhitzt – dort war man offenbar weniger zimperlich und hat die Schokolade weiterverkauft. Schließlich heißt sie ja nicht „Echtheitszertifizierte Wüstenschokolade mit Sandsturmgarantie“, sondern nur ganz harmlos „Alyan Dubai Handmade Chocolate“.
Aldi verteidigte sich tapfer und philosophisch: Der Name sei keine geografische Angabe, sondern eher eine Geschmacksrichtung – wie „Berliner Luft“ oder „Hamburger mit Pommes“. Außerdem sei „Dubai-Schokolade“ inzwischen ein Synonym für Pistazienfüllung und Glitzerglanz im Zuckerformat – quasi das Dessert, das sich denkt: Wenn schon Kalorien, dann wenigstens mit Scheich-Feeling.
Doch das Kölner Gericht machte kurzen Prozess: Wer „Dubai“ draufschreibt, muss auch ein bisschen Dubai drin haben. Nicht unbedingt ein Kamel oder ein Goldbarren, aber zumindest irgendeine Verbindung zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Und laut Gericht reicht es schon, wenn 15 bis 20 Prozent der Kundschaft beim Wort „Dubai“ spontan an Luxus, Hochhäuser und Hitze denken – und nicht an anatolische Kakao-Idylle.
Das Urteil ist rechtskräftig – allerdings nur im Eilverfahren. Ob jetzt noch ein Hauptverfahren folgt, steht in den Sternen. Vielleicht auch im Wüstensand geschrieben, man weiß es nicht.
Aldi reagierte gelassen und versprach, das Urteil „zu prüfen“. Die Schokolade war bereits frühzeitig vorsorglich aus dem Sortiment genommen worden – man wollte wohl keinen Handelskrieg mit dem Kartellamt riskieren.
In Österreich, wo Aldi unter dem Decknamen „Hofer“ operiert, war man weniger nervös. Dort hieß es im Jänner lapidar: „Betrifft Deutschland, bei uns läuft der Schoko-Dubai-Traum weiter. Restbestände only.“
Ob es bald eine „Istanbul Edition“ geben wird – oder vielleicht „Dubai-Schokolade – jetzt wirklich mit echtem Dubai“ – bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Wer Schokolade mit geografischem Glamour verkauft, sollte besser aufpassen, dass kein Gericht plötzlich die Herkunft abprüft. Sonst endet der Wüstenzauber schneller als ein All-inclusive-Urlaub nach zwei Tagen Sonnenbrand.
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