Eine Nachricht, die Fast-Food-Fans weltweit erschüttert: McDonald’s hat offenbar herausgefunden, dass Essen schmecken sollte.
Mit der neuen Strategie namens „Next“ möchte der Burger-Gigant künftig nicht mehr nur als Notfalllösung um 23:47 Uhr gelten, wenn alle anderen Küchen geschlossen haben. Stattdessen soll Qualität, Frische und Kundenerlebnis in den Mittelpunkt rücken. Man könnte auch sagen: McDonald’s möchte erwachsen werden.
Konzernchef Chris Kempczinski verkündete feierlich, die Messlatte werde höher gelegt. Das dürfte vor allem jene Kunden überraschen, die bislang glaubten, die Messlatte liege irgendwo zwischen Ketchup-Spender und Serviette.
Besonders das Thema Hähnchen steht im Fokus. Handpanierte Chicken Wings und neue Filets sollen zeigen, dass McDonald’s auch kulinarisch mehr kann. Branchenexperten vermuten, dass man nach jahrelanger Forschung festgestellt hat, dass Menschen tatsächlich knuspriges Hähnchen mögen.
Auch der Kaffee soll besser werden. Mitarbeiter werden künftig geschult, wie schnell Kaffeebohnen nach dem Öffnen verarbeitet werden müssen. Eine revolutionäre Idee, die in italienischen Cafés erst seit ungefähr 150 Jahren bekannt ist.
Farben statt Betonbunker
Auch die Restaurants selbst sollen freundlicher werden. Nachdem viele Filialen zuletzt den Charme einer minimalistischen Flughafenwartehalle ausstrahlten, sollen wieder Farben, Spiel und Spaß Einzug halten.
Offenbar hat man erkannt, dass Familien lieber in ein fröhliches Restaurant gehen als in einen Raum, der aussieht wie die Empfangshalle eines Steuerberaters.
Künftig sollen größere Drive-in-Fenster sogar Einblicke in die Zubereitung ermöglichen. Mutig. Andere Restaurants verstecken ihre Küchen, McDonald’s macht daraus eine Attraktion.
Archy übernimmt
Besonders spannend: In den USA testet McDonald’s ein automatisiertes Bestellsystem namens Archy. Die Technik soll Routineaufgaben übernehmen, damit Mitarbeiter mehr Zeit für Kunden haben.
Das bedeutet übersetzt: Statt von Menschen ignoriert zu werden, können Kunden künftig von Computern ignoriert werden.
Ein Selbstversuch
Um die angekündigte Qualitätsrevolution einzuordnen, habe ich vorsichtshalber einen Feldversuch bei Burger King durchgeführt. Wissenschaft verlangt schließlich Vergleichswerte.
Das Ergebnis: Der Whopper schmeckte weiterhin wie ein Whopper, die Pommes wie Pommes und niemand sprach von einer „transformativen Gästeerfahrung mit emotionalem Mehrwert“.
Vielleicht ist genau das das Problem.
Während andere Fast-Food-Ketten einfach Burger verkaufen, entwickelt McDonald’s inzwischen Visionen, Strategien, Erlebniswelten und globale Qualitätsinitiativen.
Am Ende will der Gast aber oft nur eine einfache Antwort auf die wichtigste Frage des Abends:
„Sind die Pommes heiß?“
Wenn McDonald’s die beantworten kann, könnte „Next“ tatsächlich ein Erfolg werden. Falls nicht, bleibt immer noch der wissenschaftliche Gegenbesuch bei Burger King.
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