Als Fan des 1. FC Lokomotive Leipzig fragt man sich langsam, warum man überhaupt noch Regionalliga Nordost spielt.
Wozu eine überragende Saison? Wozu Tausende Fans? Wozu volle Stadien, Tradition, Leidenschaft und sportliche Höchstleistungen?
Am Ende kommt ohnehin wieder dieselbe Botschaft aus Frankfurt:
Der Osten schaut zu.
Während der TSV Havelse als sportlicher Absteiger nun vom Lizenzchaos beim TSV 1860 München profitiert und in der 3. Liga bleiben darf, geht Lok Leipzig erneut leer aus.
Ja, der DFB verweist auf seine Spielordnung. Ja, formal mag das alles korrekt sein.
Aber gerecht?
Ganz sicher nicht.
Der Osten wird erneut bestraft
Seit Jahren kämpfen die Vereine der Regionalliga Nordost gegen ein System, das sie strukturell benachteiligt.
Fünf Regionalligen.
Vier Aufstiegsplätze.
Und ausgerechnet die stärkste Regionalliga Deutschlands muss regelmäßig in Entscheidungsspiele.
Lok Leipzig wird Meister, spielt eine herausragende Saison, begeistert Woche für Woche tausende Zuschauer und muss trotzdem in zwei Relegationsspielen alles auf eine Karte setzen.
Ein falscher Moment.
Ein schlechter Tag.
Ein unglücklicher Spielverlauf.
Und eine ganze Saison ist wertlos.
Havelse steigt sportlich ab – bleibt aber drin
Besonders bitter ist die aktuelle Entscheidung deshalb, weil Havelse sportlich abgestiegen war.
35 Punkte.
Platz 17.
Abstieg.
So lautete das sportliche Ergebnis nach 38 Spieltagen.
Lok Leipzig dagegen gewann seine Liga.
Doch während der Meister aus Leipzig weiter Regionalliga spielt, darf ein sportlicher Absteiger in der 3. Liga bleiben.
Erklären kann man das.
Verstehen müssen die Fans es deshalb noch lange nicht.
Der DFB versteckt sich hinter Paragraphen
Natürlich wird jetzt wieder auf die Statuten verwiesen.
Der frei gewordene Platz eines Drittligisten wird laut Regelwerk mit dem bestplatzierten Absteiger besetzt.
Juristisch mag das sauber sein.
Sportlich bleibt ein schaler Beigeschmack.
Denn die eigentliche Frage lautet:
Warum gibt es überhaupt ein System, in dem ein Regionalliga-Meister nicht automatisch aufsteigt?
Warum muss der Osten Jahr für Jahr um seinen Platz kämpfen, während andere Meister direkt hochgehen?
Warum wird eine Meisterschaft unterschiedlich viel wert sein – je nachdem, in welcher Region Deutschlands man spielt?
Das Signal an den Osten ist verheerend
Für viele Fans zwischen Leipzig, Chemnitz, Halle, Jena, Erfurt, Zwickau, Cottbus oder Greifswald entsteht immer mehr der Eindruck:
Der Osten darf liefern, aber nicht aufsteigen.
Die Stadien sind voll.
Die Zuschauerzahlen hervorragend.
Die Vereine wirtschaften oft solide.
Die Tradition ist riesig.
Doch wenn es um Aufstiegschancen geht, wird regelmäßig mit zweierlei Maß gemessen.
Lok Leipzig bleibt der Verlierer
Am Ende dieser Geschichte steht wieder einmal Lok Leipzig.
Nicht wegen sportlichen Versagens.
Nicht wegen finanzieller Probleme.
Nicht wegen fehlender Lizenzunterlagen.
Sondern wegen eines Systems, das Regionalliga-Meister unterschiedlich behandelt.
Während Havelse als sportlicher Absteiger jubeln darf, bleibt in Leipzig vor allem Frust.
Und die Erkenntnis:
Im deutschen Fußball kann man Meister werden und trotzdem verlieren.
Der DFB muss endlich handeln
Die aktuelle Situation zeigt erneut, dass die Aufstiegsregelung reformiert werden muss.
Fünf Regionalliga-Meister.
Fünf Aufsteiger.
Alles andere produziert Jahr für Jahr neue Ungerechtigkeiten.
Die Fans im Osten haben genug von Relegationen, Sonderregeln und komplizierten Konstruktionen.
Sie wollen das, was im Sport selbstverständlich sein sollte:
Wer Meister wird, steigt auf.
Punkt.
Bis dahin bleibt für viele Lok-Fans nur ein Gedanke:
Danke DFB. Wieder einmal hat der Osten das Nachsehen.
Ich kann es nicht mehr hören, wer wollte denn die Regionalliga so wie sie jetzt ist, das waren die klugen Ostklubs mit Tradition und da waren alle dabei, auch meine Loksche