Die Ölpreise sind zum Wochenbeginn spürbar gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump den Druck auf den Iran in den festgefahrenen Friedensgesprächen weiter verschärft hat. Trump erklärte, für Teheran laufe die Zeit ab, und warnte vor schweren Konsequenzen, sollte es keine schnelle Einigung geben.
Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg am Montag im asiatischen Handel um rund 1,9 Prozent auf über 111 Dollar pro Barrel. Auch US-Öl verteuerte sich deutlich und überschritt zeitweise die Marke von 107 Dollar.
Die Energiemärkte reagieren damit weiterhin äußerst nervös auf die Eskalation im Nahen Osten. Besonders die faktische Sperrung der wichtigen Straße von Hormus durch den Iran sorgt weltweit für Sorgen. Durch die Meerenge wird normalerweise rund ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssiggasexports transportiert.
Trump verschärft Ton gegenüber Teheran
Trump machte in sozialen Netzwerken deutlich, dass Washington kaum noch Geduld mit dem Iran habe. „Die Zeit läuft“, schrieb der Präsident und forderte die iranische Führung auf, sich schnell auf eine Lösung einzulassen. Andernfalls werde „nichts mehr von ihnen übrig bleiben“.
Bereits in den vergangenen Wochen hatte Trump mehrfach mit drastischen Worten vor den Folgen eines Scheiterns der Gespräche gewarnt. Zuletzt bezeichnete er iranische Forderungen als „völlig inakzeptabel“ und erklärte, der aktuelle Waffenstillstand befinde sich nur noch auf „massiver lebenserhaltender Unterstützung“.
Verhandlungen offenbar festgefahren
Iranische Medien berichten unterdessen, dass die USA bislang keine entscheidenden Zugeständnisse gemacht hätten. Die Nachrichtenagentur Mehr sprach von einer drohenden Sackgasse bei den Verhandlungen.
Damit wächst international die Sorge vor einer weiteren militärischen Eskalation in der Region. Laut Berichten will Trump bereits am Dienstag mit seinen wichtigsten Sicherheitsberatern über mögliche militärische Optionen im Umgang mit dem Iran beraten.
Angriffe in der Golfregion verschärfen Lage
Während des Konflikts kam es immer wieder zu Angriffen in mehreren Staaten des Nahen Ostens. Betroffen waren unter anderem Israel, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Besonders alarmierend war ein Vorfall am Sonntag in den Emiraten. Dort löste ein Drohnenangriff nahe des Atomkraftwerks Barakah ein Feuer aus. Nach Angaben der Behörden drang eine Drohne bis in die Nähe der Anlage vor und traf einen Stromgenerator außerhalb des inneren Sicherheitsbereichs.
Zwar wurden keine Verletzten gemeldet und die Strahlensicherheit blieb laut Behörden unbeeinträchtigt, dennoch sprachen die Vereinigten Arabischen Emirate von einer „gefährlichen Eskalation“.
Märkte fürchten weitere Versorgungskrise
An den internationalen Märkten wächst damit die Angst vor neuen Störungen der weltweiten Energieversorgung. Sollte die Straße von Hormus dauerhaft blockiert bleiben oder der Konflikt militärisch weiter eskalieren, könnten die Ölpreise erneut massiv ansteigen.
Vor allem energieabhängige Staaten und Unternehmen beobachten die Entwicklung mit großer Sorge. Schon jetzt belasten die hohen Ölpreise Verbraucher und Wirtschaft weltweit.
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