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Britische Eltern werfen Behörde massive Fehler bei Unterhaltszahlungen vor

aitoff (CC0), Pixabay
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Immer mehr Eltern in Großbritannien erheben schwere Vorwürfe gegen die staatliche Child Maintenance Service (CMS), die für die Berechnung und Eintreibung von Kindesunterhalt zuständig ist. Betroffene berichten von falschen Forderungen, gepfändeten Konten und jahrelangen Rechtsstreitigkeiten – teilweise wegen längst abgeschlossener Fälle.

Besonders drastisch schildert der Mathematiklehrer John Hammond aus Peterborough seine Erfahrungen. Während einer Mittagspause an seiner neuen Schule wollte er lediglich prüfen, ob sein erstes Gehalt eingegangen war. Stattdessen stellte er fest, dass die Behörde rund 20.000 Pfund von seinem Konto abgebucht hatte.

Dabei waren seine Kinder bereits 25 und 28 Jahre alt, die Unterhaltszahlungen lagen mehr als ein Jahrzehnt zurück. Hammond ging zunächst von einem Betrug aus. Später stellte sich heraus, dass die CMS behauptete, er schulde fast 19.000 Pfund an Unterhaltsrückständen.

Der Fall entwickelte sich zu einem jahrelangen Rechtsstreit. Obwohl Hammond die Forderung bestritt und Unterlagen einreichte, zog die Behörde den Betrag dennoch ein. Erst ein Gericht entschied später zugunsten des Vaters und ordnete die vollständige Rückzahlung an. Zusätzlich erhielt Hammond Prozesskosten zugesprochen – dennoch blieb er nach eigenen Angaben auf mehreren tausend Pfund sitzen.

Ähnliche Erfahrungen machte auch der Unternehmer Richard George aus Devon. Ihm wurden knapp 19.000 Pfund vom Konto abgezogen, obwohl ein früheres Berufungsverfahren Unterhaltsforderungen bereits aufgehoben hatte. Hinzu kam, dass wichtige Schreiben der Behörde über Jahre an eine falsche Adresse geschickt worden waren. Erst Jahre später räumte die CMS ein, dass die angeblichen Rückstände nie hätten übernommen werden dürfen.

Die Fälle werfen erneut ein kritisches Licht auf das britische Unterhaltssystem. In einem Bericht des House of Lords wurde die Behörde bereits 2025 scharf kritisiert. Eltern sprachen dort von „willkürlichen“, „missbräuchlichen“ und „unkontrollierten“ Vollstreckungsmaßnahmen.

Auch die Berechnungsmethoden der Behörde stehen zunehmend in der Kritik. Laut dem Bericht basieren die Modelle auf veralteten Annahmen und würden modernen Familienstrukturen nicht mehr gerecht. Die britische Regierung kündigte inzwischen eine Überprüfung des Systems an.

Besonders brisant: Im Jahr 2025 wurden fast ein Viertel aller angefochtenen Entscheidungen der CMS nachträglich geändert. In mehr als 21.000 Fällen erwiesen sich ursprüngliche Forderungen als fehlerhaft oder mussten aufgrund neuer Informationen korrigiert werden.

Hilfsorganisationen und Interessenverbände fordern deshalb tiefgreifende Reformen. Die Organisation Gingerbread sprach von einem System, das Eltern und Kindern gleichermaßen schade. Andere Kritiker verlangen bessere Kommunikation zwischen Behörde und Betroffenen sowie mehr Transparenz bei Entscheidungen und Vollstreckungen.

Für viele Betroffene bleibt trotz später Rückzahlungen vor allem ein Gefühl von Ohnmacht zurück. „Es fühlte sich nicht wie ein Sieg an“, sagt John Hammond rückblickend. „Es war nur das Ende eines langen Kampfes um Geld, das man mir nie hätte nehmen dürfen.“

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