Rapperin Nicki Minaj präsentiert sich inzwischen offen als Unterstützerin von US-Präsident Donald Trump – und behauptet gleichzeitig, in Hollywood heimlich längst nicht allein zu sein.
In einem Interview mit dem „Time Magazine“ erklärte die 43-Jährige, viele Prominente würden ähnlich denken wie sie, hätten aber Angst, ihre politische Meinung öffentlich auszusprechen.
„Viele Stars fühlen wie ich, aber sie sagen es nicht“, sagte Minaj. Sie sehe sich selbst als eine Art Türöffnerin für andere Promis, die sich bisher nicht trauen würden, offen konservative Positionen zu vertreten.
Die Musikbranche sei ihrer Meinung nach über Jahre darauf konditioniert worden, „eine demokratische Familie“ zu sein. Unterstützung für Trump gelte dort praktisch als Karrierekiller.
Minaj scheint das inzwischen egal zu sein.
Die Rapperin war in den vergangenen Monaten mehrfach an Trumps Seite aufgetreten. Unter anderem nahm sie am sogenannten „Trump Accounts Summit“ teil und bezeichnete sich dort selbst als „wahrscheinlich Trumps größter Fan“.
Auch bei einer Vorführung der Dokumentation von First Lady Melania Trump zeigte sich Minaj demonstrativ im Trump-Umfeld.
Besonders auffällig:
Die Musikerin spricht inzwischen fast weniger über Politik als über die „Aura“ des Präsidenten.
„Donald Trump ist seine eigene Stimmung“, sagte sie im Interview und verglich ihn dabei ernsthaft mit Marilyn Monroe.
Der Satz klingt ungefähr so, als hätte ein Social-Media-Team versucht, Politik in Influencer-Sprache zu übersetzen.
Interessant ist auch Minajs Seitenhieb gegen Barack Obama und Rap-Mogul Jay-Z. Laut ihr hätten viele Rapper heimlich Probleme mit Jay-Z gehabt, sich aber nie getraut, das offen auszusprechen.
„Jay-Z hat Obama geschadet, ob er das weiß oder nicht“, erklärte sie.
Dass ausgerechnet Nicki Minaj nun zur politischen Symbolfigur konservativer Popkultur wird, zeigt einmal mehr, wie stark sich die amerikanische Unterhaltungsbranche verändert hat.
Während Hollywood früher fast geschlossen gegen Trump auftrat, versuchen Republikaner inzwischen gezielt, einzelne Stars als Gegenbeweis für die angebliche linke Dominanz der Entertainment-Industrie aufzubauen.
Minaj selbst begründet ihren offenen Kurswechsel auch mit persönlichen Erfahrungen. Nach mehreren sogenannten „Swatting“-Vorfällen – also falschen Polizeinotrufen gegen ihre Adresse – habe sie besonders viel Unterstützung aus republikanischen Kreisen erhalten.
Das habe ihre Sicht auf Politik verändert.
Für Trump ist die prominente Unterstützung Gold wert. Denn jede bekannte Stimme aus der Popkultur hilft ihm dabei, sein Image außerhalb der klassischen republikanischen Stammwählerschaft aufzupolieren.
Und Nicki Minaj scheint die neue Rolle als politischer Kulturkämpfer sichtlich zu genießen.
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