Eine neue gesundheitliche Empfehlung warnt davor, dass übermäßige Bildschirmzeit bei Kindern und Jugendlichen schädlich sein kann und inzwischen als Problem der öffentlichen Gesundheit betrachtet wird.
Dazu zählen unter anderem:
- endloses Scrollen in sozialen Medien
- ständiges Schreiben von Nachrichten
- stundenlanges Videospielen
- intensive Nutzung von Smartphones und Tablets
Die Empfehlung erklärt, dass viele Kinder bereits vor ihrem ersten Geburtstag mit Bildschirmen in Kontakt kommen. Mit zunehmendem Alter steigt die Nutzung stark an. Jugendliche verbringen teilweise mehr Zeit vor Bildschirmen als mit Schlafen oder in der Schule.
Im Durchschnitt verbringen Teenager vier oder mehr Stunden täglich vor Bildschirmen. Fast die Hälfte gibt an, die Kontrolle über die eigene Handy-Nutzung zu verlieren.
Mögliche Folgen übermäßiger Bildschirmzeit sind:
- schlechterer Schlaf
- schwächere schulische Leistungen
- weniger körperliche Aktivität
- schlechtere soziale Beziehungen im echten Leben
Die Empfehlung enthält außerdem Richtlinien zur Begrenzung der Bildschirmzeit:
- keine Bildschirmzeit für Kinder unter 18 Monaten
- weniger als eine Stunde täglich für Kinder unter 6 Jahren
- maximal zwei Stunden täglich für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren
Eltern wird empfohlen:
- einen Familien-Medienplan zu erstellen
- klare Regeln für Geräte und Inhalte festzulegen
- gesunde Bildschirmgewohnheiten vorzuleben
- Kinder zuerst Hausaufgaben und andere Aktivitäten erledigen zu lassen
Auch Schulen sollen Handy-Einschränkungen einführen und mehr Aufgaben auf Papier statt digital vergeben. Ärzte sollen die Bildschirmnutzung bei Vorsorgeuntersuchungen ansprechen.
Gleichzeitig betonen Experten, dass nicht jede Bildschirmnutzung schädlich ist. Bildungsangebote oder soziale Kontakte im Internet können auch positive Auswirkungen haben. Entscheidend sei vor allem:
- wie lange Kinder Bildschirme nutzen
- welche Inhalte konsumiert werden
- ob die Nutzung kontrolliert bleibt
Besonders problematisch wird Bildschirmzeit laut der Empfehlung dann, wenn Kinder oder Jugendliche die Kontrolle verlieren, trotz negativer Folgen weitermachen oder starke emotionale Reaktionen beim Wegnehmen von Geräten zeigen.
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