Die geplante Führerscheinreform der Bundesregierung sorgt in Sachsen für ordentlich Gegenwind. Künftig sollen angehende Autofahrer teilweise digital lernen dürfen, außerdem könnten Fahrsimulatoren echte Fahrstunden ergänzen. Ziel: Der Führerschein soll günstiger werden.
Doch genau das gefällt nicht allen.
Der Vorsitzende des Landesverbands Sächsischer Fahrlehrer warnt vor Qualitätsverlust, Sicherheitsrisiken und einem möglichen Ende des „qualifizierten Unterrichts“. Besonders kritisch sieht er digitale Theorieeinheiten und Simulatoren statt echter Fahrpraxis.
Auch ein geplantes Fahrschul-Ranking stößt auf Widerstand. Kritiker befürchten eine Art Zweiklassengesellschaft unter Fahrschulen – mit Gewinnern und Verlierern.
Die Handwerkskammer Dresden sieht die Sache dagegen deutlich entspannter. Dort heißt es: Jede Entlastung sei sinnvoll, schließlich brauche Sachsen dringend junge Menschen mit Führerschein – gerade für viele Ausbildungsberufe im Handwerk.
Und genau hier wird’s interessant: Manche fragen sich inzwischen, ob die laute Empörung der Fahrlehrer wirklich nur aus Sorge um die Verkehrssicherheit entsteht. Denn wenn Theorieunterricht digitalisiert wird und Simulatoren Fahrstunden ersetzen, könnte am Ende schlicht weniger Geld verdient werden.
Kritiker vermuten deshalb: Vielleicht sind Qualitätsbedenken nur ein Teil der Wahrheit – und die Angst vor sinkenden Einnahmen fährt heimlich mit auf dem Beifahrersitz.
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