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Nach Kritik an CBS-Führung: „60 Minutes“-Journalist Scott Pelley entlassen

Pikurā (CC0), Pixabay
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Der langjährige CBS-Journalist und „60 Minutes“-Korrespondent Scott Pelley ist nach mehr als zwei Jahrzehnten bei dem renommierten Nachrichtenmagazin entlassen worden. Der 68-Jährige muss den Sender mit sofortiger Wirkung verlassen und erhält Medienberichten zufolge weder eine Abfindung noch weitere Leistungen.

Auslöser der Trennung soll ein internes Mitarbeitertreffen gewesen sein, bei dem Pelley die neue CBS-Führung scharf attackierte. Dabei warf er der Chefredakteurin Bari Weiss vor, die traditionsreiche Nachrichtensendung gezielt zu zerstören. Laut Berichten bezeichnete er ihr Vorgehen sogar als „Mord“ an der Institution „60 Minutes“.

In einem Schreiben an die Belegschaft begründete der neue „60 Minutes“-Leiter Nick Bilton die Kündigung mit Pelleys Verhalten während des Treffens. Er habe mehrfach versucht, eine konstruktive Zusammenarbeit zu ermöglichen, erklärte Bilton. Pelley habe sich jedoch stattdessen öffentlich gegen die neue Führung gestellt und das Treffen genutzt, um Bilton persönlich anzugreifen.

Bilton kritisierte insbesondere die Art und Weise, wie Pelley seine Vorwürfe vor versammelter Mannschaft vorgetragen habe. Meinungsvielfalt und sachliche Diskussionen seien willkommen, öffentliche Feindseligkeiten jedoch nicht akzeptabel.

Streit über die Zukunft von „60 Minutes“

Der Konflikt steht offenbar im Zusammenhang mit tiefgreifenden Veränderungen innerhalb des Senders. Ende Mai hatte CBS zahlreiche Führungskräfte und bekannte Gesichter von „60 Minutes“ entlassen. In der Medienbranche wird dieser Einschnitt bereits als „Black Thursday“ bezeichnet.

Zu den Betroffenen gehörten unter anderem langjährige Redaktionsleiter sowie die bekannten Korrespondentinnen Sharyn Alfonsi und Cecilia Vega. Beide hatten öffentlich erklärt, ihre Entlassungen seien politisch motiviert gewesen.

Pelley, der fast 40 Jahre für CBS tätig war, soll insbesondere die Personalentscheidungen der neuen Führung kritisiert haben. Bei dem Treffen stellte er außerdem die journalistischen Qualifikationen von Nick Bilton infrage, der zuvor vor allem als Technologiejournalist, Autor und Dokumentarfilmer tätig war und erstmals eine Führungsrolle im Fernsehjournalismus übernimmt.

Ungewisse Zukunft der Traditionssendung

Die Entlassung Pelleys markiert einen weiteren Einschnitt für „60 Minutes“, das seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Nachrichtenformaten der USA gehört. Viele Mitarbeiter sehen die jüngsten Veränderungen mit Sorge und befürchten einen grundlegenden Kurswechsel bei der Sendung.

Bilton erklärte gegenüber der Belegschaft, sein Fokus liege nun darauf, die Zukunft des Formats zu gestalten und hochwertigen Journalismus sicherzustellen. Die Ereignisse der vergangenen Tage hätten jedoch deutlich gemacht, wie tief die Spannungen innerhalb der Redaktion inzwischen reichen.

Die Sendergruppe CBS hat sich bislang nicht ausführlich zu den Vorgängen geäußert.

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