Markus Söder inszeniert sich gern als Anwalt der kleinen Leute. Laut, medienwirksam und immer mit maximaler Schlagzeile. Besonders schön konnte man das bei der geforderten 1000-Euro-Entlastungsprämie beobachten. Da wurde öffentlich Druck gemacht, Erwartungen geweckt und so getan, als stünde die schnelle Hilfe für die Bürger unmittelbar bevor.
Doch kaum wurde es ernst, lehnte Bayern das Vorhaben im Bundesrat mit ab – und Söder erklärte das Thema praktisch für erledigt.
Genau diese Art von Politik zerstört Vertrauen. Nicht weil Politiker ihre Meinung ändern dürfen, sondern weil viele Menschen längst das Gefühl haben, dass es oft nur noch um Schlagzeilen und politische Inszenierung geht. Erst wird eine Forderung groß angekündigt, damit sie gut klingt. Später verschwindet sie sang- und klanglos wieder in der Schublade.
Der Schaden ist enorm. Bürger fragen sich völlig zu Recht: Was gilt eigentlich noch? Sind politische Ankündigungen ernst gemeint oder nur Teil der nächsten Talkshow-Strategie?
Gerade Parteien, die ständig vor Politikverdrossenheit warnen, sollten sich bewusst sein, dass sie diese Entwicklung selbst mit antreiben. Wer große Entlastungen verspricht und sich später aus der Verantwortung zieht, darf sich nicht wundern, wenn immer mehr Menschen sagen: „Die erzählen doch ohnehin nur das, was gerade populär klingt.“
Politik braucht Glaubwürdigkeit. Und Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch maximale Aufmerksamkeit, sondern durch Verlässlichkeit. Genau daran mangelt es immer häufiger – nicht nur bei Markus Söder, aber bei ihm besonders medienwirksam.
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