Lok Leipzig scheitert erneut – aber Pyro-Würfe helfen niemandem
Lok Leipzig hat den Aufstieg in die 3. Liga erneut verpasst. Die Sachsen verloren bei den Würzburger Kickers mit 1:2 und müssen damit den nächsten bitteren Rückschlag in ihrer langen Aufstiegsgeschichte verkraften.
Und trotzdem:
Die Mannschaft hat gekämpft.
Sie hat sich nach dem Rückstand noch einmal zurückgemeldet.
Sie hat Charakter gezeigt.
Als Ziane in der 70. Minute zum 1:1 traf, war plötzlich wieder alles möglich. Für einen kurzen Moment glaubten Fans und Mannschaft tatsächlich noch einmal an die Verlängerung, an das Wunder, an die Rückkehr in die 3. Liga.
Doch nur zwei Minuten später zerstörte Würzburg diese Hoffnung wieder eiskalt mit dem 2:1 durch Cisse.
Spätestens da war klar:
Dieser Abend würde für Lok wieder in Enttäuschung enden.
Und ja:
Diese Enttäuschung ist absolut nachvollziehbar.
Dritter gescheiterter Anlauf.
Wieder kurz vor dem Ziel gescheitert.
Wieder dieser brutale Schlag ins Gesicht für Fans, Verein und Mannschaft.
Aber bei allem Frust gehört auch klar gesagt:
Dass einige Lok-Fans bereits vor dem Abpfiff Pyrotechnik auf das Spielfeld warfen, ist nicht zu rechtfertigen.
Emotionen gehören zum Fußball.
Leidenschaft auch.
Enttäuschung sowieso.
Aber Pyros auf den Platz zu werfen überschreitet eine Grenze.
Denn damit schadet man am Ende genau dem Verein, den man eigentlich unterstützen will:
- durch mögliche Strafen,
- schlechte Außendarstellung,
- Sicherheitsprobleme
und zusätzliche Eskalation.
Vor allem in so einem Moment hätte Lok gezeigt, wie groß dieser Verein sein kann, wenn Fans und Mannschaft gemeinsam Haltung bewahren.
Denn die Mannschaft selbst hat bis zum Schluss alles versucht.
Sie ist sportlich gescheitert, aber nicht charakterlich eingebrochen.
Und genau deshalb hätten die letzten Minuten eigentlich den Spielern gehören müssen – nicht fliegender Pyrotechnik.
Würzburg steigt verdient auf.
Lok bleibt erneut zurück.
Aber wenn dieser Verein irgendwann wirklich den nächsten Schritt machen will, dann gehört dazu nicht nur sportliche Qualität – sondern auch, Niederlagen auszuhalten, ohne dass am Ende Gegenstände auf dem Spielfeld landen.
Die Enttäuschung darf riesig sein.
Der Frust ebenfalls.
Aber Anstand zeigt sich gerade in den bittersten Momenten.
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