Hallo Herr Kaltenegger,
ich muss ja wieder einmal schmunzeln, wenn ich lese, was Sie heute Abend so alles vom Stapel gelassen haben. Aber ich weiß ja, wer das sagt. Wie heißt es so schön in Deutschland: „Getroffene Hunde bellen.“ Sie kommen ja scheinbar aus dem Bellen gar nicht mehr heraus.
Nun, im Gegensatz zu Ihnen kann ich das, was ich behaupte, auch beweisen. Ein großer Unterschied zwischen uns beiden. Warum erzählen Sie Ihren Damen und Herren eigentlich nicht, dass Sie vier Gerichtsverfahren gegen mich verloren haben? Ich weiß, es macht sich nicht besonders gut, wenn so ein „Vollidiot“ – Ihre Originalbezeichnung für mich – Gerichtsverfahren gegen einen angeblich so ehrlichen Menschen wie Sie gewinnt. Zu dämlich, oder?
Noch einmal, lieber Herr Kaltenegger: Wir suchen uns keine Gegner im Netz. Wir reagieren dann, wenn sich Verbraucher bei uns beschweren und auch nachweisen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Das ist so und wird auch so bleiben.
Übrigens, nur einmal ganz nebenbei: Noch am Abend des Brandanschlags habe ich einen Ihrer Rechtsanwälte über den Vorgang informiert. Gerne gebe ich Ihrem Rechtsanwalt das Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft. Danach gab es übrigens noch einen weiteren Anschlag. Beides wird als ein Verfahren geführt.
Sie sehen, Herr Kaltenegger: Ich kann das alles nachweisen. Ich wünschte mir, das wäre bei Ihnen ebenfalls so. Aber das bleibt im Moment wohl nur ein frommer Wunsch.
Ich habe Ihnen bereits mehrfach angeboten, ihre Karten bei einem Rechtsanwalt den wir gemeinsam bestimmen auf den Tisch zu legen, der mir anschließend bestätigt, dass alles in Ordnung ist. Auch dieses Angebot haben Sie in den vergangenen Jahren nicht wahrgenommen.
Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, welche Anwaltskanzleien Sie im Laufe der Zeit alles beauftragt haben. Aber was sollen diese Kanzleien auch machen, wenn meine Berichte alle stimmen? Schwierig, oder?
Also, Herr Kaltenegger: Ich bin nicht Ihr Feind. Wenn bei Ihnen alles in Ordnung ist und Sie dafür die entsprechenden Nachweise erbringen, ist die Sache doch schnell geklärt.
Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen die TGI AG sind allerdings sehr detailliert und umfangreich. Mit mir haben diese Vorwürfe recht wenig zu tun, jedenfalls wenn man die Medienberichte der vergangenen Wochen liest. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung für alle Beschuldigten. Es ist mir auch völlig egal, wie Ihre neue Gesellschaft heißt oder wo sie ihren Sitz hat. Machen Sie ein ordentliches, transparentes und ehrliches Geschäft, dann haben Sie mich ganz schnell von der Backe.
Eigentlich wollte ich Ihnen schon eine Flasche Baldrian oder Cognac schicken, damit Sie sich in Ihrem Alter nicht immer so aufregen. Ich kann das durchaus nachvollziehen, Herr Kaltenegger. Schließlich bin ich selbst 69 Jahre alt.Derzeit wüsste ich aber nicht wohin.
Also, Herr Kaltenegger: Nehmen Sie mich doch einfach bei allen Dingen beim Wort. Dann regelt sich vieles möglicherweise ganz von selbst. Ich bin übrigens auch gespannt, ob Sie die Rechtsanwaltskosten aus den vier verlorenen Gerichtsverfahren begleichen werden. Trotz allem wünsche ich Ihnen einen schönen Abend – wo immer Sie sich auch befinden mögen.
In diesem Sinne
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