Wunderhoffnung und nächstem Trauma
45 Minuten sind gespielt – und ganz ehrlich:
Für Lok Leipzig sieht das aktuell wieder erschreckend vertraut aus.
Die Würzburger Kickers führen absolut verdient mit 1:0 und haben die Sachsen nach ordentlicher Anfangsphase zunehmend auseinandergezogen wie einen alten Regionalliga-Schal nach dem Derbyregen.
Dabei begann es für Lok eigentlich gar nicht schlecht.
Die Mannschaft kam aggressiv rein, Wilton hatte sogar die Riesenchance zur Führung und für einen kurzen Moment glaubten die mitgereisten Fans tatsächlich:
„Heute könnte endlich dieser verdammte Aufstieg klappen.“
Und genau da begann das Problem.
Denn wie so oft in diesen Aufstiegsspielen kippte die Partie langsam, aber brutal sichtbar Richtung Würzburg.
Die Kickers übernahmen immer mehr Kontrolle, spielten ruhiger, klarer und vor allem gefährlicher.
Während Lok vorne wieder in jene offensive Unsichtbarkeit verfiel, die schon im Hinspiel viele Fans in den Wahnsinn getrieben hatte.
Dann kam Minute 30.
Nischalke steht im Strafraum plötzlich frei, muss nur noch den Fuß hinhalten – 1:0 Würzburg.
Und plötzlich lautet die neue Aufgabe:
Lok braucht jetzt schon zwei Tore nur für die Verlängerung.
Klar, theoretisch ist noch alles möglich.
Praktisch wirkt Würzburg aktuell allerdings deutlich näher am zweiten Treffer als Lok am ersten.
Besonders bitter:
Jeder Angriff der Gastgeber sorgt inzwischen für Panik in der Leipziger Hintermannschaft.
Jochen Seitz schimpft draußen inzwischen alles zusammen, was sich bewegt, während seine Mannschaft versucht, irgendwie die Halbzeit zu erreichen, ohne komplett auseinanderzufallen.
Und ehrlich:
Das erinnert leider massiv an die zweite Halbzeit des Hinspiels.
Würzburg wirkt stabil, organisiert und selbstbewusst.
Lok dagegen schwankt irgendwo zwischen Kampfgeist und kollektivem Nervenzusammenbruch.
Immerhin:
Noch bleiben 45 Minuten.
45 Minuten für ein kleines Fußballwunder.
Oder eben für das nächste große Leipziger Aufstiegstrauma.
Denn sollte Lok das hier wirklich wieder verspielen, dann entwickelt sich die Relegation für diesen Verein langsam endgültig zu einer eigenen psychologischen Erkrankung.
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