Der englische Fußballverband FA will FIFA-Präsident Gianni Infantino seine bisherige Unterstützung entziehen. Hintergrund sind umstrittene Pläne, Anteile an wichtigen FIFA-Wettbewerben an private Investoren zu verkaufen.
Infantino wollte dafür eine neue Gesellschaft namens „FIFA Forward Enterprise“ gründen. Externe Investoren sollten Minderheitsanteile erwerben können. Zu den betroffenen Wettbewerben hätten auch die Fußball-Weltmeisterschaften gehört.
Besonders kritisch wird gesehen, dass Infantino den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden Zahlungen von jeweils bis zu 40 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt haben soll, wenn sie das Vorhaben unterstützen. Die UEFA prüft deshalb rechtliche Schritte und verlangt, dass sämtliche Unterlagen, E-Mails, Nachrichten und Gesprächsnotizen zu dem Projekt aufbewahrt werden.
Auch Wales, Schweden, Finnland und Serbien haben Infantino ihre Unterstützung entzogen. Der schottische Verband teilt nach Angaben der BBC ebenfalls die kritische Haltung der UEFA. Gleichzeitig unterstützen unter anderem Katar, Kuwait, Libanon und Sri Lanka weiterhin den FIFA-Präsidenten.
Infantino will im März 2027 für eine vierte und letzte Amtszeit kandidieren. Für seine Wiederwahl benötigt er mindestens 106 der insgesamt 211 Stimmen.
Die UEFA-Vizepräsidentin Laura McAllister bezeichnete das Vorgehen rund um die geplante Investorenbeteiligung als schweres Versagen der FIFA-Führung. Sie fordert mehr Transparenz, klare Verantwortung und möglicherweise einen Führungswechsel.
Auch eine vorzeitige Absetzung Infantinos ist theoretisch möglich. Dafür müssten mindestens 19 der 37 Mitglieder des FIFA-Rates eine Dringlichkeitssitzung verlangen. Ob dafür genügend Unterstützung zusammenkommt, ist noch offen.
Der Widerstand gegen Infantino kommt bislang vor allem aus Europa sowie aus Nord- und Mittelamerika. In anderen Weltregionen besitzt er weiterhin erheblichen Rückhalt. Deshalb ist derzeit unklar, ob der wachsende Druck tatsächlich zu seinem Rücktritt oder zu einer Niederlage bei der nächsten Wahl führen wird.
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