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Ärger über neues Lidl-Bonusprogramm: Kunden fühlen sich plötzlich wie Punktesammler statt Sparfüchse

Lidl wollte sein Treueprogramm modernisieren – viele Kunden sprechen dagegen von einer deutlichen Verschlechterung. Seit Dienstag setzt der Discounter bei „Lidl Plus“ auf ein Punktesystem statt auf die bisherigen Rabattgutscheine. Und genau das sorgt nun für heftigen Unmut.

Künftig gilt: Für jeden ausgegebenen Pfund gibt es einen Punkt. Gesammelt wird dann für einzelne Prämien oder Rabatte. Für Lidl klingt das nach mehr Flexibilität und „noch besserem Mehrwert“. Viele Kunden sehen allerdings vor allem eines: weniger Ersparnis für deutlich mehr Einkaufsvolumen.

Besonders sauer stößt vielen Stammkunden auf, dass frühere Vorteile offenbar verschwinden. Bislang konnten Käufer etwa nach einem Monatseinkauf von 250 Pfund einen Gutschein über zehn Prozent Rabatt erhalten. Nach Ansicht vieler Nutzer war das ein spürbarer Bonus.

Jetzt rechnen Kunden vor, was dieselbe Einkaufssumme im neuen System bringt: ein Brot und eine Gurke. Entsprechend bissig fallen die Reaktionen in sozialen Netzwerken aus.

„Das alte System war der Hauptgrund, warum ich überhaupt bei Lidl eingekauft habe“, schreibt ein Nutzer. Andere sprechen davon, dass Lidl versuche, eine Verschlechterung als Verbesserung zu verkaufen.

Tatsächlich folgt Lidl damit einem Branchentrend. Auch Tesco oder Sainsbury’s arbeiten seit Jahren mit Punktesystemen. Für Händler haben solche Modelle einen entscheidenden Vorteil: Sie sind leichter steuerbar. Kunden sammeln länger, lösen Prämien gezielter ein – und Rabatte lassen sich flexibler kalkulieren.

Genau darin sehen Kritiker allerdings das eigentliche Problem. Während klassische Sofortrabatte direkt spürbar waren, wirken Punktesysteme für viele Kunden abstrakter und oft weniger attraktiv. Das Gefühl, „wirklich zu sparen“, gehe verloren.

Lidl widerspricht. Man werde regelmäßig Aktionen mit doppelten oder dreifachen Punkten anbieten. Kunden könnten dadurch weiterhin erhebliche Vorteile erzielen.

Doch die Debatte zeigt einmal mehr, wie sensibel Verbraucher inzwischen auf Veränderungen bei Preisen und Rabatten reagieren. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten achten viele Kunden genau darauf, wo sie tatsächlich sparen – und wo ein Bonusprogramm am Ende vor allem dem Händler nutzt.

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