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Labour versinkt im Chaos – und plötzlich steht Andy Burnham wieder vor der Tür

aitoff (CC0), Pixabay
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In der britischen Labour-Partei wird inzwischen derart offen über einen Sturz von Premierminister Keir Starmer gesprochen, dass erste Politiker schon vorsorglich ihre Rückkehr ins Parlament organisieren. Andy Burnham, derzeit Bürgermeister von Greater Manchester und seit Jahren ewiger Hoffnungsträger der Labour-Linken, will zurück ins Unterhaus – praktischerweise genau in dem Moment, in dem Gesundheitsminister Wes Streeting spektakulär zurücktritt.

Streeting erklärte, er habe das Vertrauen in Starmer verloren. Übersetzt aus dem Westminster-Dialekt heißt das ungefähr: „Die Lage ist schlimmer, als sie aussieht.“

Offiziell sprach Streeting von einer notwendigen „Debatte über die Zukunft“ der Partei. Inoffiziell gilt sein Rücktritt als erster großer Blutverlust einer Regierung, die nach katastrophalen Wahlergebnissen vergangene Woche sichtbar ins Wanken geraten ist.

Burnham wiederum ließ kaum Zeit verstreichen. Nachdem Labour-Abgeordneter Josh Simons großzügig ankündigte, seinen Sitz freizumachen, erklärte der Bürgermeister umgehend, er wolle „den Wandel aus Greater Manchester ins ganze Land bringen“. Kritiker merken an: In Westminster riecht „das Land retten“ traditionell oft verdächtig nach „Parteivorsitz übernehmen“.

Denn um überhaupt Labour-Chef werden zu können, muss man Abgeordneter sein. Burnham räumt also erst einmal die bürokratischen Hindernisse aus dem Weg, bevor die eigentliche Messerstecherei beginnt.

Auch Angela Rayner hält sich auffällig bereit. Die frühere Vizepremierministerin erklärte diese Woche zwar, sie wolle keinen Führungsputsch auslösen – schloss eine Kandidatur aber selbstverständlich nicht aus. Praktisch zeitgleich teilte sie mit, ihre Steuerschulden bei der Finanzbehörde beglichen zu haben. Timing ist in der Politik eben alles.

Starmer versucht derweil, Gelassenheit auszustrahlen. Sein Umfeld betont, er konzentriere sich darauf, „die Partei zusammenzuführen“. In Westminster ist das meist die Phase kurz vor den ersten offenen Bürgerkriegen.

Währenddessen bringt sich bereits Nigel Farage in Stellung. Reform UK kündigte an, im möglichen Nachwahlkampf gegen Burnham „alles reinzuwerfen“. Nach den jüngsten Erfolgen der Rechtspopulisten wittern viele bereits die nächste Demütigung für Labour.

Besonders unerquicklich für Starmer: Immer mehr Parteimitglieder reden nicht mehr darüber, ob es einen Führungswechsel geben wird – sondern nur noch darüber, wer ihn übernehmen soll.

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