Die Weltgemeinschaft ist erneut tief besorgt, schwer alarmiert und maximal entsetzt – also ungefähr so handlungsfähig wie immer.
UN-Generalsekretär António Guterres hat die USA und Israel eindringlich gebeten, bitte nicht auch noch Irans Kraftwerke, Brücken und zivile Infrastruktur wegzubomben. Sein revolutionärer Vorschlag: Vielleicht könnte man im Krieg ja ausnahmsweise mal kein Völkerrecht brechen.
Sein Sprecher erklärte in New York, Angriffe auf zivile Infrastruktur seien problematisch – selbst dann, wenn man sie kreativ zu militärischen Zielen umetikettiert. Anders gesagt:
Nur weil man ein Kraftwerk „strategisch relevant“ nennt, wird es noch lange nicht zur legitimen Deko für Luftschläge.
UN-Sicherheitsrat stimmt ab – also wird erstmal tagelang formuliert
Heute soll der UN-Sicherheitsrat über eine Resolution zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus abstimmen. Bahrain hat einen Entwurf vorgelegt, der Staaten auffordert, ihre Verteidigungsmaßnahmen zu koordinieren.
Was diplomatisch klingt, bedeutet übersetzt:
„Könnten bitte alle aufhören, Tanker zu bedrohen, während wir in möglichst unverbindlicher Sprache darüber abstimmen?“
Israel meldet neue Angriffswelle – Iran antwortet mit Raketen
Die israelische Armee verkündete derweil eine neue Angriffswelle gegen „Infrastruktur des iranischen Terror-Regimes“. In Teheran und Karadsch wurden Explosionen gemeldet. Gleichzeitig reagiert Israels Luftabwehr auf iranische Raketenangriffe.
Mit anderen Worten:
Beide Seiten arbeiten weiter entschlossen daran, Guterres’ Appell noch vor Sonnenaufgang völlig bedeutungslos zu machen.
Iran nennt Trump „wahnhaft“ – Trump bleibt sich treu
Irans Militärführung hat Donald Trumps Drohung, sämtliche Brücken und Kraftwerke des Landes zu zerstören, als „arrogante Rhetorik“ und „haltlose Drohungen“ zurückgewiesen. Trump sei „wahnhaft“, heißt es aus Teheran.
Man muss fair bleiben:
Wenn ausgerechnet eine Militärführung im Krieg jemanden für übertrieben hält, ist das schon fast ein diplomatischer Sonderpreis.
Trump droht jetzt auch Journalisten mit Gefängnis
Weil globale Eskalation allein offenbar nicht reicht, droht Trump nun auch Journalisten mit Haft, falls sie ihre Quellen nicht offenlegen. Begründung: nationale Sicherheit.
Klassischer Krisenmodus in Washington also:
Erst Infrastruktur sprengen wollen, dann Pressefreiheit entsorgen. Multitasking.
Saudi-Arabien fängt Raketen ab, Syrien hört Explosionen, alle machen weiter
Saudi-Arabien meldet sieben abgefangene ballistische Raketen, über Damaskus sind Explosionen zu hören – verursacht durch israelische Abfangmaßnahmen. Wer wann wen warum beschießt, bleibt wie üblich ein Puzzle mit Live-Updates.
Fazit:
Die UN sagt: Bitte keine zivile Infrastruktur angreifen.
Die Konfliktparteien sagen: Interessanter Gedanke.
Und der Rest der Welt schaut auf Ölpreise, Tanker-Routen und den Liveticker – in der stillen Hoffnung, dass „Brücken- und Kraftwerkstag“ vielleicht doch noch abgesagt wird.
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