Der schwer geschwächte Buckelwal vor der Insel Poel lebt noch – doch die Hoffnung, ihn retten zu können, wird immer kleiner. Nach Einschätzung von Fachleuten ist eine Lebendrettung inzwischen äußerst unwahrscheinlich. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus erklärte, dass derzeit kein Wissenschaftler und kein Veterinär zu einem weiteren Rettungsversuch rate.
Ein solcher Eingriff würde das Tier nach Ansicht der Experten vermutlich nur noch stärker belasten und ihm zusätzliche Qualen zufügen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Wal eine aufwendige Rettungsaktion überleben würde, sei sehr gering.
Seit Tagen liegt der Buckelwal in der flachen Kirchsee vor Poel fest. Er wird weiterhin mit Ostseewasser besprüht, um seine Haut zu kühlen und ihm zumindest etwas Linderung zu verschaffen. An den benetzten Stellen konnte die Temperatur deutlich gesenkt werden. Helferinnen und Helfer versuchen so, dem Tier die verbleibende Zeit so schonend wie möglich zu machen.
Noch am Sonntag hatte Backhaus eine mögliche Rettung per Katamaran in die Nordsee ins Gespräch gebracht. Diese Idee wurde inzwischen jedoch wieder verworfen. Stattdessen prüfen die Behörden nun, ob ein Spezialschiff aus Dänemark im Falle des Todes den Wal bergen und zur Obduktion nach Stralsund bringen könnte. Dort soll untersucht werden, warum das Tier in so kritischem Zustand war.
Der Wal ist nach Angaben des Ministers 12,35 Meter lang, etwa zwölf Tonnen schwer und bereits tief im Ostseeboden eingesunken. Sinkender Wasserstand machte zuletzt weitere Verletzungen sichtbar. Diese könnten möglicherweise von einer Schiffsschraube stammen; auch Spuren eines Netzes wurden festgestellt. Ein Rest eines Netzes befindet sich offenbar noch immer im Maul des Tieres.
Viele Menschen in der Region verfolgen das Schicksal des Wals mit großer Anteilnahme. In Wismar kamen zahlreiche Menschen zusammen, um ihre Sorge und Trauer auszudrücken. Viele fühlen sich hilflos – und wünschen sich vor allem, dass alles getan wird, um dem Tier unnötiges Leiden zu ersparen.
Auch aus dem Bundesumweltministerium heißt es, die Entscheidung, keine weiteren Rettungsversuche zu unternehmen, sei trotz aller Traurigkeit wohl die richtige. Nun gehe es darum, dem Wal Ruhe, Würde und Schutz zu geben.
Fazit: Der Kampf um das Leben des Wals scheint sich dem Ende zu nähern. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass er nicht weiter leiden muss – und dass sein Schicksal zumindest dazu beiträgt, Meeressäuger künftig besser zu verstehen und besser zu schützen.
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