Donald Trump sagt, er habe mit FIFA-Präsident Gianni Infantino nicht über die umstrittenen Investorenpläne gesprochen. Punkt. Mehr Erklärung hält der US-Präsident offenbar nicht für nötig.
Natürlich kann es sein, dass kein Gespräch stattgefunden hat. Doch politische Glaubwürdigkeit lebt davon, dass Dementis Vertrauen schaffen. Bei Trump ist das Problem ein anderes: Seine lange Geschichte widersprüchlicher Aussagen sorgt dafür, dass selbst ein klares Nein nicht automatisch Klarheit schafft.
Hinzu kommen auffällige Verbindungen in die USA. Ein Fonds von Joshua Kushner, dem Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, soll bei dem möglichen Milliardengeschäft eine führende Rolle spielen. Das beweist keine Einflussnahme des Präsidenten. Es macht kritische Nachfragen aber zwingend.
Gerade deshalb reicht ein beiläufiges Dementi während einer Kabinettssitzung nicht aus. Wurde mit Mitarbeitern des Weißen Hauses gesprochen? Gab es Kontakte über Familienangehörige, Berater oder Mittelsmänner? Wusste Trump von den Plänen? Wurden politische Interessen berührt?
Wer solche Fragen mit einem knappen Satz abräumen will, darf sich über Misstrauen nicht wundern.
Auch FIFA-Chef Infantino muss erklären, wie weit die politischen und wirtschaftlichen Netzwerke rund um das Vorhaben tatsächlich reichen. Sein Projekt wird inzwischen von Verbänden abgelehnt, ein Berater ist zurückgetreten, und selbst innerhalb der FIFA wird es offenbar als Vorhaben einer einzelnen Person beschrieben.
Das Gesamtbild ist verheerend: Ein Weltverband erwägt den Verkauf zentraler kommerzieller Rechte, ein politisch bestens vernetzter US-Investor steht bereit, und der Präsident erklärt, er habe von alldem jedenfalls nicht mit Infantino gesprochen.
Vielleicht stimmt das.
Doch wer Vertrauen so oft verspielt hat, kann nicht erwarten, dass jedes neue Dementi zum Nennwert genommen wird.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.
Kennen Sie das Sprichwort, Herr Präsident?
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