Die Aufregung ist mal wieder groß. Kaum denkt die Bundesregierung darüber nach, die Förderung für Wärmepumpen schrittweise zu reduzieren, werden bereits das Ende der Wärmewende, steigende Emissionen und der Untergang des Abendlandes ausgerufen.
Dabei lohnt sich ein kurzer Blick auf die Realität.
Wärmepumpen sind ohne Zweifel eine moderne Heiztechnik. Was allerdings weniger modern wirkt, sind die Preise, die in Deutschland über Jahre aufgerufen wurden. Wer den Eindruck hatte, dass eine Wärmepumpe hierzulande manchmal fast so viel kostet wie ein Kleinwagen – allerdings ohne Räder, Radio und Sitzheizung –, lag nicht völlig daneben.
Jahrelang floss reichlich Fördergeld. Der Staat übernahm teilweise einen Großteil der Kosten. Überraschenderweise schien das auf manche Anbieter einen bemerkenswerten Effekt zu haben: Sinkende Preise waren jedenfalls nicht überall zu beobachten. Manche Hersteller und Installationsbetriebe wirkten eher so, als hätten sie die Förderbescheide gleich mit in ihre Kalkulation aufgenommen.
Nun soll die Förderung Schritt für Schritt sinken. Und plötzlich hört man aus der Branche Warnungen vor dramatischen Folgen. Das ist verständlich. Wer sich an üppige Zuschüsse gewöhnt hat, sieht deren Ende naturgemäß nicht als Grund zum Feiern.
Vielleicht passiert aber etwas ganz anderes.
Vielleicht beginnt endlich das, was in einer funktionierenden Marktwirtschaft völlig normal sein sollte: echter Wettbewerb. Wer seine Produkte zu vernünftigen Preisen anbietet, wird Käufer finden. Wer glaubt, dauerhaft mit staatlicher Unterstützung kalkulieren zu können, muss seine Geschäftsmodelle möglicherweise überdenken.
Selbst Vertreter der Branche räumen inzwischen ein, dass geringere Förderungen durchaus zu niedrigeren Marktpreisen führen könnten. Ein Gedanke, der erstaunlich logisch klingt: Wenn Kunden einen größeren Teil der Rechnung selbst bezahlen müssen, schauen sie genauer hin – und Anbieter müssen sich plötzlich wieder über den Preis statt über den Förderantrag verkaufen.
Natürlich bedeutet das nicht das Ende der Wärmepumpe. Im Gegenteil. Wenn die Technik wirklich so effizient und wirtschaftlich ist, wie ihre Befürworter seit Jahren betonen, sollte sie sich auch mit einer moderateren Förderung am Markt behaupten können.
Die Wärmewende braucht Akzeptanz. Und Akzeptanz entsteht nicht durch immer höhere Subventionen, sondern durch Produkte, die sich Menschen tatsächlich leisten können.
Vielleicht ist die schrittweise Kürzung der Förderung also gar kein Rückschritt. Vielleicht ist sie schlicht der Moment, in dem der Markt wieder lernen muss, Markt zu sein.
Und das wäre – bei aller Satire – weder ein Skandal noch das Ende der Energiewende, sondern möglicherweise ihr wirtschaftlich sinnvollster Anfang.
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