Die FIFA hat mit der Fünf-Spiele-Sperre gegen Katars Assim Madibo ein deutliches Zeichen gesetzt. Doch die Strafe wirft eine grundsätzliche Frage auf: Reichen fünf Spiele wirklich aus, wenn das Opfer eines Fouls monatelang ausfällt?
Natürlich besteht kaum ein Zweifel daran, dass Madibo seinen Gegenspieler Ismael Koné nicht absichtlich schwer verletzen wollte. Die Bilder zeigten einen schockierten Spieler, der sich sofort entschuldigte. Auch Experten wie Thomas Müller und Mats Hummels stuften die Aktion eher als unglückliches Foul denn als brutales Einsteigen ein.
Doch für Koné macht diese Einordnung keinen Unterschied. Er erlitt einen Beinbruch, musste operiert werden und wird seiner Mannschaft über Monate fehlen. Während Madibo nach wenigen Partien wieder auf den Platz zurückkehren darf, beginnt für Koné erst die mühsame Rehabilitation. Das wirkt unausgewogen.
Deshalb sollte der Fußball über eine neue Regel nachdenken: Verursacht ein Spieler durch ein rücksichtsloses oder grob fahrlässiges Foul eine schwere Verletzung, sollte seine Sperre mindestens so lange dauern, bis der verletzte Spieler wieder einsatzfähig ist. Das wäre keine Vergeltung, sondern würde die Verantwortung für das eigene Handeln stärker in den Mittelpunkt rücken und den Schutz der Spieler erhöhen.
Natürlich müsste eine solche Regel sorgfältig ausgestaltet werden. Nicht jede Verletzung ist vorhersehbar, und nicht jeder Beinbruch ist automatisch das Ergebnis eines besonders harten Fouls. Deshalb sollte eine unabhängige Kommission jeden Fall einzeln bewerten und nur bei grob fahrlässigen oder übermäßig gefährlichen Aktionen eine entsprechend lange Sperre verhängen.
Der Fußball lebt von Zweikämpfen – aber auch vom Respekt vor der Gesundheit der Gegenspieler. Wenn ein Spieler monatelang ausfällt, sollte die Strafe für den Verursacher nicht nach wenigen Wochen beendet sein. Wer einen Kollegen so schwer verletzt, dass dessen Saison oder gar Karriere gefährdet ist, sollte erst dann wieder spielen dürfen, wenn auch der Gefoulte auf den Platz zurückkehren kann. Das wäre ein starkes Signal für mehr Fairness und Verantwortung im Profifußball.
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