Eigentlich sollte Marcel Schäfers Ansage für Ruhe sorgen. Yan Diomande sei unverkäuflich, hieß es. Klare Worte. Klare Haltung. So weit, so gut.
Doch keine 24 Stunden später erklärt der Spieler selbst bei der Weltmeisterschaft praktisch nebenbei, dass er davon ausgehe, den Verein zu verlassen.
Da fragt man sich als RB-Fan unweigerlich: Wer führt hier eigentlich Regie?
Ist das wieder so ein Fall wie bei Ole Werner? Erst werden deutliche Aussagen getroffen, am Ende passiert genau das Gegenteil.
Natürlich wäre es sportlich ein Desaster, Diomande nach nur einer Saison zu verlieren. Zwölf Tore, neun Vorlagen, einer der wenigen Lichtblicke einer enttäuschenden Saison. Genau solche Spieler müsste Leipzig doch endlich einmal länger halten, wenn der Verein wieder ganz oben angreifen will.
Aber genau hier beginnt das große Misstrauen vieler RB-Fans.
Denn am Ende steht über allem nicht Leipzig, sondern der Red-Bull-Kosmos. Und dort sitzt bekanntlich die sportliche Schaltzentrale längst nicht mehr ausschließlich in Leipzig.
Kommt also ein Angebot von 120 Millionen Euro aus Paris oder von einem anderen europäischen Topklub – wird dann wirklich „Nein“ gesagt?
Oder klingelt irgendwo das Telefon in Salzburg?
Die Erfahrung der vergangenen Jahre macht viele Fans skeptisch. Immer wieder wurde betont, bestimmte Spieler seien unverkäuflich. Und irgendwann folgte doch der Wechsel – natürlich „nach intensiven Gesprächen“ und „im Sinne aller Beteiligten“.
Deshalb richtet sich die eigentliche Frage gar nicht an Marcel Schäfer.
Sondern an Oliver Mintzlaff.
Hat Leipzig inzwischen wirklich die Freiheit, sportliche Entscheidungen selbst zu treffen? Oder entscheidet am Ende doch wieder das internationale Red-Bull-Konstrukt, wenn die Ablösesumme nur hoch genug ist?
Wenn Diomande tatsächlich schon öffentlich mit einem Abschied liebäugelt, obwohl der Sportchef wenige Stunden zuvor das Gegenteil erklärt, wirkt das jedenfalls alles andere als souverän.
RB Leipzig braucht nach den Turbulenzen der vergangenen Monate endlich Glaubwürdigkeit. Worte müssen wieder etwas wert sein. Denn wenn selbst ein Vertrag bis 2030 und ein öffentliches Machtwort des Sportchefs am Ende nichts bedeuten, wird sich jeder Fan dieselbe Frage stellen:
Wer entscheidet eigentlich wirklich über die Zukunft von RB Leipzig – Marcel Schäfer oder doch jemand anders?
Und genau diese Frage sollte der Verein möglichst schnell beantworten. Denn Vertrauen gewinnt man nicht mit Pressekonferenzen, sondern mit konsequentem Handeln.
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