Man muss den Amerikanern eines lassen: Sie sind ehrlich. Während man anderswo noch mühsam versucht, Vetternwirtschaft zu verschleiern, macht man daraus in Washington inzwischen offenbar ein Geschäftsmodell.
Der neueste Fall liest sich jedenfalls wie aus einem Lehrbuch für politische Familienunternehmen.
Die US-Regierung unterstützt einen milliardenschweren Minen-Deal in Kasachstan – strategisch wichtig, schließlich geht es um Wolfram, einen begehrten Rohstoff für Hightech und Rüstung.
Und wer verdient daran möglicherweise mit?
Natürlich – rein zufällig – die Söhne von Donald Trump und die Söhne seines Handelsministers Howard Lutnick.
Man könnte jetzt von einem erstaunlichen Zufall sprechen.
Oder von der amerikanischen Variante von Vitamin B.
Nach dem Motto:
„Es kommt nicht darauf an, was du kannst – sondern wen dein Vater kennt.“
Besonders pikant: Selbst die sonst eher Trump-freundliche New York Post soll den Deal mit den Worten kommentiert haben: „Das stinkt zum Himmel.“
Wenn sogar die eigenen Fans anfangen, die Nase zu rümpfen, könnte tatsächlich etwas in der Luft liegen.
Das Weiße Haus weist selbstverständlich sämtliche Vorwürfe zurück. Alles sei völlig korrekt gelaufen.
Natürlich.
Und der Weihnachtsmann macht nebenbei noch Steuerberatung.
Am Ende bleibt jedoch ein schaler Beigeschmack.
Denn egal ob in Washington, Brüssel oder Berlin: Sobald politische Entscheidungen und familiäre Geschäftsinteressen auffällig eng miteinander verknüpft erscheinen, leidet vor allem eines – das Vertrauen der Bürger.
Oder, um es amerikanisch zu formulieren:
„America First“ scheint für manche inzwischen eher zu bedeuten: „Family First“.
Und wieder bestätigt sich eine alte Weisheit:
Korruption beginnt selten mit einem Geldkoffer. Oft reicht schon der richtige Nachname.
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