Bei Dynamo Dresden beginnt wieder die Vorbereitung. Trainer Thomas Stamm kündigt intensive Laufeinheiten an. Viel Schweiß, viel Schmerz und jede Menge Kilometer.
Da kann man als Dynamo-Fan eigentlich nur müde lächeln.
Liebe Profis: Ihr lauft sechs Wochen lang über den Trainingsplatz. Wir laufen das ganze Jahr.
Nicht auf dem Platz – sondern zur Arbeit.
Denn irgendjemand muss schließlich die Auswärtsfahrten nach Elversberg, Fürth oder Paderborn bezahlen.
Die Spieler tragen Pulsuhr. Wir tragen den Kontostand im Kopf.
Der Trainer erklärt, die Laufeinheiten seien wichtig, um Verletzungen vorzubeugen. Verständlich. Wir Fans trainieren dagegen jeden Monat unsere Belastbarkeit, wenn wieder Ticket, Sprit, Hotel, Stadionwurst und das obligatorische Fan-Shirt bezahlt werden wollen.
Wer wirklich wissen will, was Kondition bedeutet, der soll mal einen Dynamo-Fan begleiten.
Freitag bis 17 Uhr malochen. Danach 600 Kilometer Auswärtsfahrt. Zwei Stunden Schlaf auf dem Rasthof. 90 Minuten Vollgas im Stadion. Anschließend wieder zurück nach Dresden – und Montagmorgen um sieben Uhr sitzt man geschniegelt im Büro, als wäre nichts gewesen.
Das ist Zweitliga-Fitness!
Thomas Stamm möchte, dass seine Mannschaft wieder zu den laufstärksten Teams der Liga gehört.
Völlig richtig.
Aber eines sollte er nicht vergessen:
Die laufstärksten Menschen rund um Dynamo sitzen nicht in der Kabine – sondern auf der Tribüne.
Denn wer jede Saison alle Heim- und Auswärtsspiele mitmacht, braucht nicht nur Ausdauer, sondern vor allem einen Arbeitgeber mit Verständnis, eine verständnisvolle Familie und ein Bankkonto mit erstaunlicher Leidensfähigkeit.
Und trotzdem fährt man wieder los.
Warum?
Weil Dynamo eben keine Freizeitbeschäftigung ist.
Dynamo ist eine Lebenseinstellung.
Und während die Profis nach sechs Wochen Vorbereitung irgendwann in den Ligabetrieb starten, beginnt für die Fans dann wieder das eigentliche Trainingslager:
34 Spieltage Herzrasen, Tausende Kilometer auf der Autobahn und die ewige Hoffnung, dass sich jeder Euro, jeder Urlaubstag und jede schlaflose Nacht am Ende lohnt.
Wer Dynamo liebt, trainiert das ganze Jahr – nicht die Beine, sondern den Geldbeutel und die Nerven.
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