Max Verstappen hat in Österreich einmal mehr bewiesen, dass er vermutlich noch immer der beste Fahrer im Formel-1-Feld ist. Dumm nur, dass selbst der beste Koch keine Sterne sammelt, wenn ihm jemand einen Campingkocher hinstellt.
Der Niederländer fährt derzeit auf einem Niveau, bei dem sich die Konkurrenz fragt: „Wie macht der das?“ Die Antwort lautet vermutlich: Mit Talent. Sehr viel Talent.
Doch Talent allein reicht eben nicht, wenn das Auto zwischendurch entscheidet, lieber Rodeo als Rennwagen sein zu wollen. Verstappen selbst sprach nach Platz zwei davon, dass ihm das Heck in den letzten Runden einen kleinen Nervenzusammenbruch beschert habe.
Eigentlich könnte Max also über einen Teamwechsel nachdenken. Eigentlich.
Denn Mercedes hat den Laden dichtgemacht. Dort fahren George Russell und Wunderkind Kimi Antonelli mittlerweile so erfolgreich durch die Gegend, dass Teamchef Toto Wolff vermutlich nicht freiwillig eine fahrende Zeitbombe namens Verstappen in die Garage stellen möchte.
McLaren? Dort müsste sich Verstappen mit Lando Norris arrangieren. Ferrari? Dort herrscht bekanntlich seit Jahrzehnten das Motto: „Nächstes Jahr wird alles besser.“ Das erzählen sie allerdings schon ungefähr seit der Erfindung des Verbrennungsmotors.
Bleibt also Red Bull.
Oder anders gesagt:
Max Verstappen sitzt in einer Art Formel-1-Hotel California. Auschecken wäre schön – aber wohin?
Red Bull wiederum tut alles dafür, dass sich der vierfache Weltmeister wohlfühlt. Wahrscheinlich bekommt Max morgens inzwischen sogar die Brötchen ans Bett gebracht, solange er nur nicht auf die Idee kommt, den Vertrag vorzeitig aufzulösen.
Das eigentliche Problem ist nämlich nicht Verstappen.
Das Problem ist, dass der Red Bull derzeit eher gelegentlich ein Siegerauto ist als dauerhaft eines.
98 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Antonelli sprechen eine deutliche Sprache. Selbst ein fahrerisches Ausnahmetalent kann eben keine Wunder vollbringen, wenn das Material nicht dauerhaft mithält.
Kurz gesagt:
Verstappen fährt momentan wie ein Weltmeister – kämpft aber mit den Waffen eines Außenseiters.
Und genau deshalb steckt der Niederländer in der wohl luxuriösesten Falle der Formel 1: Er ist beim falschen Team, kann aber zu keinem besseren wechseln.
Manchmal ist die Pole Position eben leichter zu erreichen als der Notausgang.
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