etzt muss es endlich passieren. Nach Wochen zwischen Hoffnung, Rechenschieber und gelegentlichen Nervenzusammenbrüchen hat RB Leipzig am Wochenende die große Chance, die Champions-League-Qualifikation im eigenen Stadion endgültig klarzumachen. Gegner ist ausgerechnet der FC St. Pauli – also genau die Sorte Mannschaft, gegen die man sich als RB-Fan traditionell lieber nicht zu früh sicher fühlen sollte.
Denn St. Pauli ist vieles, aber sicher kein angenehmer „Pflichtsieg-Gegner“. Die Hamburger haben in dieser Saison mehrfach bewiesen, dass sie großen Teams gehörig auf die Nerven gehen können. Leidenschaft, Einsatz und dieses typisch unangenehme „Wir haben eh nichts zu verlieren“-Gefühl bringen die Kiezkicker praktisch immer mit auf den Platz.
Trotzdem: Zuhause, unter Flutlicht und vor einem Stadion, das endlich mal wieder Champions-League-Luft schnuppern will, darf RB sich diese Chance eigentlich nicht mehr nehmen lassen.
Die Leipziger wirken rechtzeitig zum Saisonfinale stabiler. Vor allem offensiv zeigt die Mannschaft wieder jene Wucht, die man über weite Strecken der Saison schmerzlich vermisst hatte. Xavi Simons zaubert wieder, Openda trifft und selbst die Defensive wirkt nicht mehr wie eine Gruppe Menschen, die sich zufällig am Stadionparkplatz getroffen hat.
Natürlich wissen auch die Fans: Ganz entspannt wird das vermutlich trotzdem nicht. Wahrscheinlich wird man wieder bis zur 85. Minute schwitzen, sich über vergebene Großchancen aufregen und bei jedem Konter von St. Pauli kurz den Puls verlieren.
Aber genau dafür spielt man diese Spiele doch. Für diese Abende, an denen am Ende vielleicht „Champions League!“ durchs Stadion hallt und alle kurz vergessen, wie nervig diese Saison zwischenzeitlich war.
Und sollte RB das Ding ziehen, gehört auch Respekt nach Hamburg: St. Pauli hat als Aufsteiger Charakter gezeigt und der Liga definitiv gutgetan. Nur die Punkte – die sollten diesmal bitte in Leipzig bleiben.
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