Wer am Freitag einen klassischen Regionalliga-Kick Marke „Not gegen Elend“ erwartet hatte, wurde im Alfred-Kunze-Sportpark angenehm überrascht. Chemie Leipzig und der FC Eilenburg lieferten sich nämlich keinen fußballerischen Verkehrsunfall, sondern tatsächlich ein ziemlich unterhaltsames Kellerduell. Ja, wirklich. Regionalliga Nordost kann also doch Spaß machen – zumindest wenn man vorher emotional ausreichend abgehärtet wurde.
Schon vor Anpfiff war alles angerichtet: Rauch im Stadion, Nervosität auf den Rängen und die übliche Frage in Leutzsch: „Müssen wir heute wieder leiden?“ Antwort: Natürlich. Aber diesmal mit Happy End.
Nach kurzer Pyro-Nebelpause legte Chemie los wie eine Mannschaft, die plötzlich entdeckt hat, dass Fußballspielen eigentlich ganz praktisch sein kann. Lihsek zirkelte einen Freistoß traumhaft rein und plötzlich glaubten sogar die größten Pessimisten auf den Rängen kurz an so etwas wie Fußballglück.
Akono erhöhte später auf 2:0 – und wie jeder erfahrene Chemie-Fan wusste, bedeutete das selbstverständlich noch lange gar nichts. Und tatsächlich: Eilenburg kam zurück, machte Druck und verkürzte noch vor der Pause. Kurz wurde es wieder dieses typische „Bitte nicht schon wieder“-Gefühl.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch. Beide Teams verteidigten teilweise so großzügig, als wäre Weihnachten vorgezogen worden. Doch diesmal hatte Chemie das bessere Ende. Ratifo verwandelte den Elfer zum 3:1, ehe Eilenburg kurz vor Schluss nochmal für Herzrasen sorgte.
Die letzten Minuten? Reine Überlebenskunst. Ball wegdreschen, Zeit von der Uhr nehmen und hoffen, dass niemand mehr komplett durchdreht.
Dann endlich Abpfiff. Klassenerhalt. Wahnsinn.
Nach dieser Saison fühlt sich Platz irgendwo knapp über dem Abgrund in Leutzsch ungefähr an wie die Champions League. Und ehrlich: Genau dafür liebt man diesen völlig verrückten Verein.
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