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Streit um „The View“: ABC wirft Trump-Behörde Angriff auf die Meinungsfreiheit vor

souandresantana (CC0), Pixabay
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Der Medienkonzern ABC geht juristisch gegen die US-Medienaufsicht FCC vor – und erhebt dabei schwere Vorwürfe. In einer neuen Beschwerde wirft der Sender der Behörde vor, mit politischem Druck gegen unliebsame Fernsehsendungen vorzugehen und damit die Meinungsfreiheit zu gefährden.

Im Mittelpunkt des Streits steht die Talkshow „The View“, die in den USA seit Jahren für ihre oft kritischen Diskussionen über Donald Trump bekannt ist. FCC-Chef Brendan Carr hatte zuletzt öffentlich infrage gestellt, ob die Sendung überhaupt noch als „echtes Nachrichtenformat“ einzustufen sei – eine juristisch wichtige Kategorie, die Fernsehsendungen besonderen Schutz durch den ersten Verfassungszusatz garantiert.

ABC reagierte nun ungewöhnlich scharf. Die Untersuchungen der FCC seien „beispiellos“ und überschritten klar die Kompetenzen der Behörde, heißt es in dem Antrag. Der Sender sieht darin den Versuch, kritische politische Berichterstattung einzuschüchtern.

Auslöser war offenbar ein Auftritt des demokratischen Politikers James Talarico bei „The View“. Die FCC verlangte daraufhin von einem ABC-Sender in Houston Unterlagen zur rechtlichen Einstufung der Sendung. ABC verweist dagegen darauf, dass „The View“ bereits seit mehr als 20 Jahren offiziell als journalistisches Format anerkannt sei.

Besonders brisant: ABC wirft der Behörde politische Doppelmoral vor. Konservative Formate wie die Shows von Glenn Beck oder Mark Levin würden offenbar nicht vergleichbar überprüft – obwohl auch dort politische Inhalte gesendet werden.

Medienrechtler sehen den Fall als möglichen Präzedenzstreit um die Pressefreiheit unter der zweiten Trump-Regierung. Kritiker werfen der FCC bereits seit Monaten vor, gezielt Druck auf Medienhäuser auszuüben, die Trump kritisch begleiten.

Für zusätzliche Spannung sorgt die Vorgeschichte: Erst Ende 2024 hatte ABC nach einem Verleumdungsstreit 15 Millionen Dollar an Trump gezahlt. Nun eskaliert der Konflikt erneut – diesmal direkt über die Grenzen staatlicher Medienkontrolle in den USA.

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