Mitten zwischen Hochhäusern, Luxusgeschäften und gestressten Geschäftsleuten im Tokioter Stadtteil Nihonbashi versteckt sich ein Ort, an dem Fans auf göttliche Hilfe hoffen – nicht für Gesundheit oder Reichtum, sondern für Konzertkarten.
Der mehr als 1.000 Jahre alte Fukutoku-Schrein hat sich in Japan einen ganz besonderen Ruf erarbeitet: Wer hier betet, soll bessere Chancen haben, bei den begehrten Ticket-Lotterien für Konzerte erfolgreich zu sein.
Der kleine Shinto-Schrein wirkt wie eine Oase in der hektischen Millionenmetropole. Hinter einem roten Torii-Tor finden Besucher plötzlich Ruhe – und jede Menge Musikfans mit großen Hoffnungen. Auf kleinen Holztafeln, sogenannten Ema, notieren sie die Namen ihrer Lieblingsbands und ihre Wünsche: BTS, ZeroBaseOne oder japanische Popstars. Danach werden die Tafeln aufgehängt – in der Hoffnung, dass die Götter ein gutes Wort beim Ticket-Lotto einlegen.
Denn in Japan läuft der Verkauf vieler Konzertkarten über ein mehrstufiges Losverfahren. Selbst wer Geld hat, bekommt nicht automatisch ein Ticket. Fans melden sich online an und hoffen darauf, ausgelost zu werden. Gerade bei internationalen Stars oder großen J-Pop-Acts sind die Chancen oft minimal.
Der Glaube an das Glück hat am Fukutoku-Schrein allerdings Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert soll der berühmte Samurai Tokugawa Ieyasu den Schrein gefördert haben. Damals durfte dort sogar eine Art Lotterie veranstaltet werden – ungewöhnlich für die Zeit. So entwickelte sich der Ruf des Schreins als Ort für Glück und Erfolg.
Mit dem Boom der japanischen Popkultur in den 1990er Jahren bekam der Schrein schließlich eine neue Fangemeinde: Konzertbesucher.
Während der Pandemie blieb es zwar still auf den Bühnen, doch nach dem Ende der Beschränkungen strömten die Fans regelrecht zum Schrein. Zeitweise mussten Straßen gesperrt werden, weil sich so viele Menschen dort versammelten.
Die Rituale folgen dabei den traditionellen Regeln des Shintoismus: Hände reinigen, sich verbeugen, zweimal klatschen, beten und erneut danken. Für viele geht es dabei nicht nur um Musik, sondern auch um Hoffnung, Gemeinschaft und Emotionen.
Religionswissenschaftler sehen darin keinen Widerspruch. Der Shintoismus sei offen für persönliche Wünsche und alltägliche Hoffnungen. Entscheidend sei die ehrliche Absicht hinter dem Gebet.
Und manchmal scheint das Glück tatsächlich zuzuschlagen. Eine Journalistin aus Tokio berichtet, dass sie nach einem erfolglosen Versuch für ein Konzert ihrer Lieblingssängerin zum Fukutoku-Schrein ging – und beim nächsten Ticket-Lotto plötzlich gewann.
Ob göttliche Hilfe oder einfach Zufall: Für viele Fans in Tokio gilt inzwischen offenbar die Regel – lieber einmal mehr beten als später ohne Ticket vor der Halle stehen.
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