Beim Snapchat-Konzern Snap zeigt künstliche Intelligenz jetzt endlich, was sie am besten kann:
Menschen effizient überflüssig machen.
Das Unternehmen streicht rund 1.000 Jobs – also etwa ein Sechstel der Belegschaft. Begründung: verstärkter Einsatz von KI.
Oder, in der Sprache moderner Tech-Konzerne:
„Innovation bedeutet Zukunft – nur leider nicht für alle, die bisher hier gearbeitet haben.“
500 Millionen Dollar gespart – Menschlichkeit leider nicht im Budget
Laut Snap summieren sich die Einsparungen aufs Jahr gerechnet auf mehr als 500 Millionen Dollar.
Das klingt beeindruckend.
Fast so, als hätte man ein revolutionäres Produkt entwickelt.
Tatsächlich hat man aber vor allem ein altbekanntes Silicon-Valley-Prinzip perfektioniert:
Automatisierung nach oben feiern, Entlassungen nach unten durchreichen.
Die KI übernimmt also nicht nur Aufgaben, sondern offenbar auch gleich das klassische Management-Motto:
„Mehr Effizienz durch weniger Gehaltsempfänger.“
Snap ist nicht allein – die Branche optimiert sich gerade selbst weg
Mit dem Stellenabbau reiht sich Snap nahtlos in eine inzwischen ziemlich große Tech-Tradition ein.
Laut Layoffs.fyi haben seit Jahresbeginn bereits rund 80 Technologiefirmen wegen KI zusammen mehr als 71.000 Jobs gestrichen.
Man könnte sagen:
Die Branche baut gerade mit großem Eifer an einer Zukunft, in der künstliche Intelligenz alles kann –
außer Kündigungen empathisch überbringen.
Investor will sparen – notfalls bis nur noch das Logo übrig bleibt
Zusätzlichen Druck macht bei Snap der aktivistische Investor Irenic.
Der fordert neben Entlassungen auch den Verkauf von Unternehmensteilen, die nicht direkt zum Kerngeschäft zählen.
Zum Beispiel die Sparte für Datenbrillen.
Die macht Verluste, also ist sie in den Augen von Investoren ungefähr so beliebt wie ein Praktikant mit Gewissen.
Dabei will Snap ausgerechnet in den nächsten Monaten ein Konkurrenzprodukt zu Metas smarter Ray-Ban-Brille auf den Markt bringen.
Eine starke Strategie:
- Erst Milliarden in ein Projekt pumpen
- Dann Personal abbauen
- Dann hoffen, dass die Zukunft schon irgendwie klickt
Drei Milliarden für Brillen, aber bei Jobs wird plötzlich gerechnet
Besonders charmant:
Snap hat nach eigenen Angaben bereits mehr als drei Milliarden Dollar in seine Brillen-Ambitionen investiert.
Drei. Milliarden.
Aber wenn es um Beschäftigte geht, entdeckt man plötzlich die pure Askese.
Da wird jeder Dollar dreimal umgedreht, als hätte man gerade in der Kaffeeküche Goldbarren gefunden.
Oder anders gesagt:
Für smarte Brillen ist immer Geld da.
Für Menschen leider nur, solange sie noch nicht durch ein PowerPoint mit „AI Strategy 2026“ ersetzt wurden.
Fazit: Die Zukunft ist intelligent – und erstaunlich personalarm
Snap verkauft den Jobabbau als Fortschritt.
Und natürlich ist KI ein mächtiges Werkzeug.
Aber derzeit wirkt die große KI-Revolution in vielen Tech-Konzernen vor allem wie ein erstaunlich bekanntes Geschäftsmodell mit neuem Etikett:
Früher hieß es Restrukturierung.
Heute heißt es künstliche Intelligenz.
Das Ergebnis bleibt gleich: weniger Leute, bessere Marge, euphorische Investoren.
Oder kurz:
Snap spart dank KI ein Sechstel der Jobs –
die Maschinen lernen schnell, die Aktionäre klatschen schneller.
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