Startseite Allgemeines KI spart bei Snap kräftig – vor allem an Menschen
Allgemeines

KI spart bei Snap kräftig – vor allem an Menschen

raphaelsilva (CC0), Pixabay
Teilen

Beim Snapchat-Konzern Snap zeigt künstliche Intelligenz jetzt endlich, was sie am besten kann:
Menschen effizient überflüssig machen.

Das Unternehmen streicht rund 1.000 Jobs – also etwa ein Sechstel der Belegschaft. Begründung: verstärkter Einsatz von KI.
Oder, in der Sprache moderner Tech-Konzerne:
„Innovation bedeutet Zukunft – nur leider nicht für alle, die bisher hier gearbeitet haben.“

500 Millionen Dollar gespart – Menschlichkeit leider nicht im Budget

Laut Snap summieren sich die Einsparungen aufs Jahr gerechnet auf mehr als 500 Millionen Dollar.
Das klingt beeindruckend.
Fast so, als hätte man ein revolutionäres Produkt entwickelt.

Tatsächlich hat man aber vor allem ein altbekanntes Silicon-Valley-Prinzip perfektioniert:
Automatisierung nach oben feiern, Entlassungen nach unten durchreichen.

Die KI übernimmt also nicht nur Aufgaben, sondern offenbar auch gleich das klassische Management-Motto:
„Mehr Effizienz durch weniger Gehaltsempfänger.“

Snap ist nicht allein – die Branche optimiert sich gerade selbst weg

Mit dem Stellenabbau reiht sich Snap nahtlos in eine inzwischen ziemlich große Tech-Tradition ein.
Laut Layoffs.fyi haben seit Jahresbeginn bereits rund 80 Technologiefirmen wegen KI zusammen mehr als 71.000 Jobs gestrichen.

Man könnte sagen:
Die Branche baut gerade mit großem Eifer an einer Zukunft, in der künstliche Intelligenz alles kann –
außer Kündigungen empathisch überbringen.

Investor will sparen – notfalls bis nur noch das Logo übrig bleibt

Zusätzlichen Druck macht bei Snap der aktivistische Investor Irenic.
Der fordert neben Entlassungen auch den Verkauf von Unternehmensteilen, die nicht direkt zum Kerngeschäft zählen.

Zum Beispiel die Sparte für Datenbrillen.
Die macht Verluste, also ist sie in den Augen von Investoren ungefähr so beliebt wie ein Praktikant mit Gewissen.

Dabei will Snap ausgerechnet in den nächsten Monaten ein Konkurrenzprodukt zu Metas smarter Ray-Ban-Brille auf den Markt bringen.
Eine starke Strategie:

  • Erst Milliarden in ein Projekt pumpen
  • Dann Personal abbauen
  • Dann hoffen, dass die Zukunft schon irgendwie klickt

Drei Milliarden für Brillen, aber bei Jobs wird plötzlich gerechnet

Besonders charmant:
Snap hat nach eigenen Angaben bereits mehr als drei Milliarden Dollar in seine Brillen-Ambitionen investiert.

Drei. Milliarden.

Aber wenn es um Beschäftigte geht, entdeckt man plötzlich die pure Askese.
Da wird jeder Dollar dreimal umgedreht, als hätte man gerade in der Kaffeeküche Goldbarren gefunden.

Oder anders gesagt:

Für smarte Brillen ist immer Geld da.
Für Menschen leider nur, solange sie noch nicht durch ein PowerPoint mit „AI Strategy 2026“ ersetzt wurden.

Fazit: Die Zukunft ist intelligent – und erstaunlich personalarm

Snap verkauft den Jobabbau als Fortschritt.
Und natürlich ist KI ein mächtiges Werkzeug.

Aber derzeit wirkt die große KI-Revolution in vielen Tech-Konzernen vor allem wie ein erstaunlich bekanntes Geschäftsmodell mit neuem Etikett:

Früher hieß es Restrukturierung.
Heute heißt es künstliche Intelligenz.
Das Ergebnis bleibt gleich: weniger Leute, bessere Marge, euphorische Investoren.

Oder kurz:

Snap spart dank KI ein Sechstel der Jobs –
die Maschinen lernen schnell, die Aktionäre klatschen schneller.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

BGH hebt Urteil zum Rundholz-Kartell in Baden-Württemberg auf

Der Bundesgerichtshof hat im Streit um die gemeinsame Rundholzvermarktung in Baden-Württemberg eine...

Allgemeines

Infantino unter Druck: FIFA-Pläne für private Investoren spalten den Weltfußball

FIFA-Präsident Gianni Infantino gerät wegen der geplanten Öffnung zentraler FIFA-Wettbewerbe für privates...

Allgemeines

Shania Twain mit 60: „Mein Körper ist nichts, wofür ich mich schämen muss“

Shania Twain spricht offen über das Älterwerden, die Wechseljahre und den langen...

Allgemeines

OLG Düsseldorf lässt Grossisten abblitzen: Am Katzentisch wird jetzt wohl enger zusammengerückt

Man muss es den deutschen Presse-Grossisten lassen: Sie kämpfen tapfer. So tapfer,...