Ein mutmaßlicher KI-Skandal erschüttert derzeit Südkorea. Die Behörden haben den bekannten YouTuber Kim Se-ui festgenommen, weil er angeblich mithilfe künstlicher Intelligenz gefälschte Beweise gegen den Schauspieler Kim Soo-hyun verbreitet haben soll.
Der Betreiber des populären YouTube-Kanals „Hover Lab“ soll laut Ermittlern manipulierte Sprachaufnahmen und gefälschte Nachrichten genutzt haben, um zu behaupten, Kim Soo-hyun habe eine Beziehung zur inzwischen verstorbenen Schauspielerin Kim Sae-ron geführt, als diese noch minderjährig gewesen sei.
Der Schauspieler weist diese Vorwürfe seit Monaten entschieden zurück.
Ermittler sprechen von manipulierten KI-Aufnahmen
Besonders brisant: Nach Angaben der Polizei soll eine veröffentlichte Sprachaufnahme komplett mithilfe von KI erzeugt worden sein. Zudem werfen Ermittler dem YouTuber vor, Chatverläufe manipuliert zu haben, um eine Verbindung zwischen Kim Soo-hyun und Kim Sae-ron vorzutäuschen.
Ein Gericht in Seoul erließ daraufhin Haftbefehl gegen Kim Se-ui. Die Richter begründeten dies unter anderem mit der Gefahr, dass Beweise vernichtet oder eine Flucht vorbereitet werden könnten.
Der YouTuber selbst bestreitet die Vorwürfe weiterhin und erklärte vor Journalisten, die Ermittlungen seien fehlerhaft und die Fakten nicht korrekt dargestellt worden.
Karriere von Kim Soo-hyun massiv beschädigt
Die Anschuldigungen hatten in Südkorea enorme Wellen geschlagen. Kim Soo-hyun zählt dort zu den größten TV- und Werbestars des Landes. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe verlor der Schauspieler zahlreiche Werbeverträge und zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.
Nach Angaben der Ermittler zerstörten die Vorwürfe „seine gesellschaftliche Existenzgrundlage sowie seine wirtschaftlichen Aktivitäten“.
Berichten zufolge befindet sich der Schauspieler weiterhin in psychiatrischer Behandlung.
Tränen-Pressekonferenz und juristische Gegenwehr
Bereits im März 2025 hatte Kim Soo-hyun in einer emotionalen Pressekonferenz erklärt, dass er Kim Sae-ron zwar gekannt und zeitweise mit ihr liiert gewesen sei – jedoch ausschließlich im Erwachsenenalter.
Unter Tränen sagte er damals:
„Ich kann nichts zugeben, was ich nicht getan habe.“
Anschließend reichte der Schauspieler Strafanzeigen und Zivilklagen gegen den YouTuber sowie gegen Angehörige der verstorbenen Schauspielerin ein.
Diskussion über KI-Manipulationen wächst
Der Fall sorgt inzwischen weit über Südkorea hinaus für Diskussionen über die Gefahren künstlicher Intelligenz. Experten warnen schon länger davor, dass KI-generierte Stimmen, Bilder und Videos künftig gezielt für Rufmord, Desinformation und Manipulation eingesetzt werden könnten.
Gerade im Fall prominenter Persönlichkeiten zeigen solche Vorwürfe enorme Auswirkungen. Selbst unbewiesene Anschuldigungen können Karrieren zerstören, bevor Gerichte oder Ermittler überhaupt Fakten geprüft haben.
Die Agentur von Kim Soo-hyun erklärte nach der Festnahme des YouTubers, die Wahrheit sei nun bestätigt worden. Der Schauspieler habe ein Jahr lang darum gekämpft, seine Unschuld zu beweisen.
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