In Washington ist ein außergewöhnliches Kapitel amerikanischer Kulturpolitik vorerst beendet worden. Ein Bundesrichter hat entschieden, dass der Name von Donald Trump wieder vom berühmten Kennedy Center verschwinden muss.
Damit endet vorerst das vielleicht ambitionierteste Rebranding seit der Idee, den Grand Canyon in „Donald J. Trump Memorial Hole“ umzubenennen.
Wenn das Ego größer wird als die Leuchtreklame
Zur Erinnerung: Das traditionsreiche Kulturzentrum war ursprünglich als Denkmal für den ermordeten Präsidenten John F. Kennedy errichtet worden.
Doch offenbar dachte man sich irgendwann:
„Kennedy Center? Klingt irgendwie nach Kennedy.“
Und so entstand die Idee, daraus das „Donald J. Trump and John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts“ zu machen.
Ein Name, der ungefähr so elegant wirkt wie ein Opernabend mit Laubbläser-Begleitung.
Der Richter liest die Gebrauchsanweisung
Der zuständige Richter griff schließlich zu einer radikalen Maßnahme:
Er las das Gesetz.
Und siehe da: Dort stand tatsächlich, dass das Kennedy Center Kennedy Center heißen soll.
Eine überraschende Wendung, mit der in Washington offenbar nicht jeder gerechnet hatte.
Der Richter stellte trocken fest:
„Der Kongress hat dem Gebäude seinen Namen gegeben. Also kann auch nur der Kongress ihn ändern.“
Juristen nennen das Rechtsstaat.
In der Politik wird so etwas manchmal als unnötige Detailverliebtheit angesehen.
Schilderwechsel mit Rekordtempo
Nun müssen innerhalb von zwei Wochen sämtliche Schilder, Logos, Webseiten und Dokumente wieder angepasst werden.
Einige Mitarbeiter sollen bereits hektisch nach dem Ordner „Kennedy_Final_WirklichFinal_Version27.pdf“ suchen.
Druckereien in Washington melden derweil Überstunden.
Künstler stimmen mit den Füßen ab
Nicht jeder war von der Umbenennung begeistert.
Mehrere Künstler sagten ihre Auftritte ab, Besucherzahlen gingen zurück und manche fragten sich, warum ein Kulturzentrum plötzlich klingt wie ein Hotelprojekt in Florida.
Die Antwort blieb offen.
Trump sieht sich als Kulturretter
Der ehemalige Präsident selbst reagierte wenig erfreut.
Er erklärte, er habe kein Interesse daran, eine Institution zu führen, wenn er sie nicht so gestalten dürfe, wie er es für richtig halte.
Übersetzt bedeutet das vermutlich:
„Wenn mein Name nicht groß genug auf dem Gebäude steht, macht das Ganze nur halb so viel Spaß.“
Die Renovierung bleibt ebenfalls umstritten
Zusätzlich hatte Trump eine zweijährige Schließung des Hauses angekündigt.
Offiziell wegen umfangreicher Renovierungen.
Kritiker vermuteten allerdings, dass das Gebäude am Ende möglicherweise mehr Goldverzierungen als Sitzplätze besitzen könnte.
Auch darüber wird nun weiter gestritten.
Fazit
Das Kennedy Center heißt künftig wieder Kennedy Center.
Eine Erkenntnis, die eigentlich selbstverständlich klingt, in Washington aber erst nach einem 94-seitigen Gerichtsurteil feststand.
Immerhin hat die Affäre gezeigt:
Man kann vieles umbenennen.
Aber manchmal gewinnt am Ende doch das Kleingedruckte gegen das große Ego.
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