In Großbritannien richtet sich der politische Blick derzeit auf einen Mann, der sich übers Wochenende auffallend rar gemacht hat: Premierminister Keir Starmer. Während er nach offiziellen Angaben über die „politischen Realitäten“ nachdenkt, überlegen bereits zahlreiche Parteifreunde, welche Gardinen wohl am besten ins Büro des nächsten Premierministers passen würden.
Auslöser der Nervosität ist der spektakuläre Wahlsieg von Andy Burnham in der Nachwahl von Makerfield. Seitdem wird in Westminster weniger über Regierungspolitik gesprochen als über die Frage, wie groß das Namensschild am Eingang von Downing Street 10 künftig sein soll.
Trump kennt die Zukunft – oder zumindest Twitter
Für zusätzliche Verwirrung sorgte US-Präsident Donald Trump. Noch bevor die britische Regierung eine Entscheidung treffen konnte, verkündete er auf seiner Plattform kurzerhand:
„Keir Starmer wird zurücktreten.“
Downing Street reagierte umgehend und erklärte, Trump habe am Wochenende überhaupt nicht mit Starmer gesprochen.
Politische Beobachter bezeichneten die Situation als bemerkenswert: Zum ersten Mal seit Langem scheint jemand außerhalb Großbritanniens besser über die britische Innenpolitik informiert zu sein als die britische Regierung selbst.
Regierung: Alles normal
Offiziell bleibt die Position des Premierministers unverändert. Noch am Freitag hatte Starmer erklärt, er werde um sein Amt kämpfen.
Am Sonntag erklärte Wirtschaftsminister Peter Kyle hingegen, der Premierminister denke über die „politischen Realitäten“ nach.
Übersetzt aus dem Westminster-Dialekt bedeutet dies ungefähr: „Bitte fragt uns morgen noch einmal.“
Burnham wird bereits vermessen
Während Starmer nachdenkt, wächst der Hype um Andy Burnham. Innerhalb der Labour-Partei wird er inzwischen ungefähr so behandelt wie ein neuer iPhone-Prototyp: Jeder möchte ihn haben, aber niemand weiß genau, was er später tatsächlich leisten wird.
Mehrere Abgeordnete sehen in ihm den Mann, der Reform UK schlagen kann. Andere sehen in ihm den Mann, der Labour retten kann. Wieder andere sehen in ihm vor allem den Mann, der möglicherweise bald einen sehr stressigen Terminkalender bekommt.
Kabinettsmitglieder entdecken plötzlich Ehrlichkeit
Besonders auffällig ist die Offenheit führender Minister.
Mehrere Kabinettsmitglieder sollen Starmer intern bereits nahegelegt haben, einen Zeitplan für seinen Rückzug vorzulegen. Dass diese Minister anschließend nicht entlassen wurden, gilt in Westminster mittlerweile als stärkeres Signal als jede offizielle Pressemitteilung.
Ein erfahrener Parlamentsbeobachter fasste die Lage zusammen:
„Wenn Minister öffentlich über die Nachfolge sprechen und trotzdem ihre Dienstwagen behalten, weiß man, dass die Autorität des Premierministers ungefähr so stabil ist wie britisches Sommerwetter.“
Starmer feiert Vatertag
Während Journalisten, Parteifreunde und politische Gegner fieberhaft über seine Zukunft spekulierten, veröffentlichte Starmer am Sonntag einen Vatertagsgruß.
Die Botschaft lautete sinngemäß, dass er an seinen Vater denke und dankbar sei, Vater zu sein.
Politische Korrespondenten analysierten daraufhin stundenlang, ob der Tweet ein Hinweis auf einen Rücktritt, einen Verbleib im Amt oder möglicherweise einfach nur ein Vatertagsgruß war.
Montag als Schicksalstag
In London verdichten sich die Hinweise, dass Starmer bereits am Montag einen Fahrplan für seinen Abschied vorstellen könnte.
Bis dahin bleibt die politische Klasse in Alarmbereitschaft. Journalisten schlafen mit eingeschaltetem Handy, Labour-Abgeordnete beobachten nervös ihre WhatsApp-Gruppen und Andy Burnham versucht vermutlich, möglichst unauffällig zu wirken.
Fest steht nur eines: Sollte Starmer tatsächlich zurücktreten, wäre das die nächste überraschende Wendung in der britischen Politik.
Und damit im Vereinigten Königreich eigentlich ein ganz normaler Montag.
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