Erst droht man damit, „eine ganze Zivilisation auszulöschen“, dann folgt ein paar Tage später die beruhigende Nachricht aus dem Weißen Haus: Keine Sorge, die Atombombe bleibt im Schrank. Danke dafür.
US-Präsident Donald Trump hat nun also klargestellt, dass er keine Nuklearwaffe gegen den Iran einsetzen will. Begründung: Wozu auch – man habe ja bereits „auf konventionelle Weise dezimiert“. Das ist ungefähr so tröstlich wie ein Feuerwehrmann, der sagt: „Ich habe das Haus zwar nicht gesprengt, es ist aber auch so komplett abgebrannt.“
Zwischen martialischen Drohungen, Waffenruhe und Verlängerung derselben wirkt die US-Strategie aktuell ein wenig wie ein Navi ohne GPS: viel Ansage, wenig Richtung. Mal tickt die Uhr, mal hat man „alle Zeit der Welt“, mal ist der Gegner am Ende – und gleichzeitig offenbar stark genug, um weiterhin die Weltwirtschaft nervös zu machen.
Und irgendwo dazwischen die ganz große Erkenntnis: Atomwaffen sollten „niemals eingesetzt werden“. Eine Einsicht, die erstaunlich spät kommt, wenn man sie zuvor rhetorisch schon mehrfach aus dem Werkzeugkasten gezogen hat.
Währenddessen bleibt die Lage im Nahen Osten angespannt, die Straße von Hormus blockiert, die Ölpreise steigen – und die Welt schaut zu, wie sich Supermächte gegenseitig erklären, wer eigentlich gerade die Oberhand hat.
Vielleicht ist genau das das eigentliche Problem: viel Show, viel Drohung, viel Selbstgewissheit – aber wenig greifbare Lösung.
Oder anders gefragt: Wenn man laut eigener Aussage alles unter Kontrolle hat – warum fühlt es sich dann so an, als hätte niemand wirklich einen Plan?
Wie hilflos sind Sie eigentlich, Herr Präsident?
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