Startseite Allgemeines Kein Macciato ohne Latte
Allgemeines

Kein Macciato ohne Latte

Teilen

Der Kaffeekonzern Jacobs Douwe Egberts (JDE) muss die Kennzeichnung seines Tassimo-Produkts „Jacobs Latte macchiato classico“ ändern. Wir sind rechtlich gegen den Anbieter vorgegangen, weil dieser Vollmilchkonzentrat durch eine Flüssigkeit aus Milchbestandteilen mit Zusatzstoff ersetzt, das Produkt aber weiterhin als „Latte macchiato classico“ verkauft hat. Ein „Latte macchiato“ ist jedoch ein Getränk aus Espresso-Kaffee und aufgeschäumter Milch.

Für uns ist das keine echte Milch, sondern „Mogelmilch“! Wir meinen: Wo Latte draufsteht, muss auch Milch drin sein.

Wir hatten JDE wegen der irreführenden Produktbezeichnung zunächst abgemahnt, und als der Konzern keine Unterlassungserklärung abgeben wollte, schließlich Klage beim Landgericht Bremen eingereicht. Nun lenkte Jacobs Douwe Egberts ein und verpflichtete sich uns gegenüber, die Verpackung für das Tassimo-Produkt bis Ende Oktober dieses Jahres umzustellen. Zukünftig muss JDE das Kaffeegetränk als „Typ Latte macchiato classico“ bezeichnen.

Mit dem Zusatz des Wortes „Typ“ muss JDE anzeigen, dass das Kaffeegetränk keine echte Milch enthält, sondern nur wie Latte macchiato schmeckt. Mehr gibt das europäische Kennzeichnungsrecht leider nicht her. Wir hätten uns gewünscht, dass das Wort „Latte“ gänzlich von der Verpackung verschwindet.

Statt echter Milch nur noch „Mogelmilch“

Der „Jacobs Latte macchiato classico“ von Tassimo wurde als Zwei-Komponenten-System für Kaffeesystemmaschinen entwickelt, bei dem in der einen Kapsel das Kaffeepulver und in der anderen die „Milchkomponenten“ getrennt aufbewahrt werden.

Seit einer Rezepturänderung im Jahr 2015 verwendet Jacobs Douwe Egberts für die sogenannten Milch-Discs des Produkts „Jacobs Latte macchiato classico“ anstelle von echter Milch nur noch deren Einzelteile und setzt das Verdickungsmittel Gummi arabicum (E 414) zu, um Sahne, Milchproteine, Milchmineralien, Zucker und Wasser zusammenzuhalten.

Gleichzeitig reduzierte der Konzern die Füllmenge des Produkts im Zuge dessen um fast die Hälfte. Das Kaffeeprodukt war daher im November 2015 unsere Mogelpackung des Monats.

Quelle:VZHH

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Rekordtransfer: Bayer Leverkusen verliert Top-Talent an Juventus Turin

Der internationale Transfermarkt nimmt nach dem Ende der Weltmeisterschaft deutlich Fahrt auf....

Allgemeines

Deutsche E Metalle AG unter vorläufiger Insolvenzverwaltung: Was wird aus dem Lithiumprojekt und dem geplanten Börsenzusammenschluss?

Aktenzeichen: 536 IN 1409/26 – Stand: 30. Juli 2026 Das Amtsgericht Dresden...

Allgemeines

1.741 Freunde sollt ihr sein: dict.cc und das Cookie-Banner als Lebensaufgabe

Wer bisher dachte, ein Onlinewörterbuch sei vor allem dazu da, schnell ein...

Allgemeines

TGI AG und die Idee von Helmut Kaltenegger – irgendwie erinnert mich das an den alten Kinofilm „Richard Kimble auf der Flucht“.

Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, warum Helmut Kaltenegger damals...