Vor der kleinen dänischen Insel Anholt treibt ein toter Wal im flachen Wasser eines Naturschutzgebiets. Seit Stunden bewegt viele Menschen dort nur eine Frage: Könnte es Timmy sein?
Der Buckelwal, dessen Rettung in den vergangenen Wochen Tausende Menschen verfolgt hatten, war Anfang Mai nach einer aufwendigen Aktion zurück in die Nordsee gebracht worden. Seitdem fehlte von ihm jede Spur.
Nun berichten dänische Medien von einem gestrandeten Wal vor Anholt. Mitarbeiter der Naturschutzbehörde entdeckten das Tier etwa 75 Meter vor der Küste. Schon aus der Entfernung sei zu erkennen gewesen, dass etwas nicht stimmt. Die Haut des Wals wirke krank und beschädigt. Vieles deute darauf hin, dass das Tier bereits seit längerer Zeit tot ist.
„Er ist sehr groß, etwa zehn bis fünfzehn Meter lang“, sagte Naturschutzaufseher Morten Abildstrøm dem Fernsehsender TV2. Die Nachricht verbreitete sich schnell über die Insel. Zahlreiche Bewohner machten sich auf den Weg ans Ufer, viele offenbar in der Hoffnung – oder aus Angst –, Gewissheit zu bekommen.
Ob es sich tatsächlich um Timmy handelt, ist bislang unklar. Experten wollen bei Niedrigwasser Gewebeproben entnehmen, um die Identität des Tieres festzustellen. Die Behörden warnen jedoch davor, sich dem Kadaver zu nähern. Tote Wale können Krankheiten übertragen, zudem können sich im Körper Gase bilden.
Besonders bedrückend ist, dass auch Timmys Sender seit Tagen verstummt ist. Zwar funktionierte der Tracker nie zuverlässig und lieferte keine Positionsdaten, doch zumindest hatte er noch Lebenszeichen ausgesendet. Seit Sonntag aber herrscht völlige Stille.
Für viele Menschen, die die dramatische Rettung des Buckelwals verfolgt hatten, wäre die Nachricht ein trauriges Ende einer Geschichte, die so hoffnungsvoll begonnen hatte.
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