Der Krieg mit den USA und Israel hat die ohnehin angeschlagene iranische Wirtschaft massiv verschärft. Experten sprechen inzwischen von einem historischen Tiefpunkt – mit gravierenden Folgen für Bevölkerung und Staat.
INFLATION UND WÄHRUNGSVERFALL
Die wirtschaftliche Lage hat sich dramatisch zugespitzt. Die Inflation liegt laut iranischer Zentralbank bei rund 67 Prozent – der höchste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg. Besonders hart trifft es die Bevölkerung bei Lebensmitteln: Hier sind die Preise teils um mehr als 100 Prozent gestiegen.
Parallel verliert die Landeswährung Rial weiter an Wert. Importgüter verteuern sich, während die Kaufkraft der Menschen rapide sinkt.
MILLIONEN VERLIEREN IHRE ARBEIT
Der Krieg hat auch den Arbeitsmarkt erschüttert. Schätzungen zufolge verloren rund zwei Millionen Menschen direkt oder indirekt ihren Job. Da viele Erwerbstätige ganze Familien ernähren, sind insgesamt bis zu zehn Millionen Menschen von Einkommensverlusten betroffen.
Die Folge: steigende Armut und wachsende soziale Spannungen. Zahlreiche Unternehmen mussten bereits schließen.
INFRASTRUKTUR SCHWER BESCHÄDIGT
Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Laut offiziellen Angaben belaufen sich die Kriegskosten auf rund 270 Milliarden Dollar. Neben militärischen Zielen wurden auch zentrale Industrien getroffen – darunter Stahlwerke, petrochemische Anlagen sowie Verkehrs- und Hafeninfrastruktur.
BLOCKADE VERSCHÄRFT DIE KRISE
Besonders schwer wiegt die Einschränkung des Seehandels. Vor dem Krieg liefen bis zu 90 Prozent des iranischen Außenhandels über den Seeweg. Eine mögliche dauerhafte Blockade durch die USA würde Exporte und Importe massiv behindern.
Das betrifft nicht nur Öl und Rohstoffe, sondern auch lebenswichtige Güter wie Lebensmittel und Tierfutter. Experten warnen bereits vor Versorgungsengpässen bis hin zu einer möglichen Hungersnot.
REGIERUNG VERSUCHT GEGENZUSTEUERN
Die iranische Führung versucht, die Folgen abzufedern. Subventionen für Grundnahrungsmittel und Energie bleiben bestehen, zusätzlich werden Gutscheine für Lebensmittel ausgegeben. Auch der Mindestlohn wurde angehoben.
Zudem sucht das Land nach alternativen Handelsrouten, etwa über Russland oder Zentralasien, um die Blockade zu umgehen.
GEFAHR VON UNRUHEN
Schon vor Kriegsbeginn hatte die wirtschaftliche Misere Proteste ausgelöst. Experten sehen nun erneut das Potenzial für soziale Unruhen. Gleichzeitig wächst die Angst in der Bevölkerung vor staatlicher Repression.
Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, drohen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische und gesellschaftliche Verwerfungen bis hin zu einem möglichen Staatsversagen.
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