Startseite Allgemeines „ICH KANN ES NICHT FASSEN …“ – DAS STECKT HINTER DEM NERVIGSTEN SOCIAL-MEDIA-TRICK DES JAHRES
Allgemeines

„ICH KANN ES NICHT FASSEN …“ – DAS STECKT HINTER DEM NERVIGSTEN SOCIAL-MEDIA-TRICK DES JAHRES

Pixelkult (CC0), Pixabay
Teilen

„Man denkt, jemand ist ein Freund – und dann das …“
„Ich bin einfach sprachlos …“
„Unglaublich, dass du mir DAS angetan hast …“

Kommt dir bekannt vor? Dann wurdest du wahrscheinlich schon mal „vaguebooked“ – also mit einem absichtlich rätselhaften Social-Media-Post geködert, der vor allem eins soll: Aufmerksamkeit erzeugen.

Der Begriff „Vaguebooking“ beschreibt Beiträge, die bewusst unklar formuliert sind, aber emotional genug, damit sofort Kommentare kommen wie: „Alles okay?“, „Was ist passiert?“ oder „Fühl dich gedrückt!“. Experten sagen: Dahinter steckt oft kein echter Informationswille – sondern der Wunsch nach Reaktionen, Mitleid oder Bestätigung.

Autorin Monica Berg bringt es auf den Punkt: Solche Posts seien oft eine Art Hilferuf nach externer Anerkennung. Besonders wenn es um Ex-Partner, Streit oder angebliche Enttäuschungen geht, gehe es weniger um echte Kommunikation – sondern darum, dass andere nachfragen.

Kommunikationsexperte Melvin Williams sieht darin ein größeres Problem: Viele Menschen hätten verlernt, Konflikte direkt anzusprechen. Statt Klartext zu reden, werde lieber kryptisch gepostet. Sein Urteil: Vaguebooking ist passiv-aggressiv – eine digitale Beruhigungspille für Menschen, die ihre Gefühle nicht offen ausdrücken wollen.

Warum machen das so viele? Laut Experten steckt dahinter ein uraltes Bedürfnis: gesehen, gehört und verstanden zu werden. Social Media macht dieses Verhalten nur sichtbarer. Wer geheimnisvoll postet, hofft oft, dass andere „zwischen den Zeilen lesen“ – doch genau das führt selten zu echter Nähe.

Denn: Wer solche Beiträge liest, fängt schnell an zu grübeln. Geht es um mich? Ist etwas passiert? Muss ich reagieren? Genau das kann psychisch belasten – vor allem, wenn man ständig in diese unterschwelligen Dramen hineingezogen wird.

Trotzdem raten Fachleute dazu, nicht sofort genervt abzuwinken. Hinter dem peinlich-kryptischen Post könne durchaus ein echtes Bedürfnis nach Nähe stecken. Wer helfen will, müsse nicht öffentlich kommentieren – oft reicht eine private Nachricht.

Und wenn du selbst dazu neigst, kryptische Andeutungen zu posten, gilt laut Experten: Stopp. Erst nachdenken. Was willst du wirklich sagen? Geht es um Trost, Wut, Streit oder Einsamkeit? Dann sei lieber direkt.

Williams empfiehlt, Gefühle bewusst wahrzunehmen und – wenn nötig – auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Seine klare Botschaft: Klarheit entsteht durch ehrliche Kommunikation, nicht durch nebulöse Online-Andeutungen.

Kurz gesagt: Wer ständig „Ich kann nicht mehr …“ postet, aber nie erklärt warum, will oft vor allem eins: Reaktionen kassieren.
Oder noch direkter: Weniger Drama posten. Mehr Klartext reden.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

TGI AG Partner:BaFin warnt vor BOSS.BSS L.L.C. – Verdacht auf unerlaubtes Aktienangebot

Die Finanzaufsicht BaFin schlägt Alarm: Die Gesellschaft BOSS.BSS L.L.C. mit Sitz in...

Allgemeines

Berlin 2026: Fehlt eigentlich nur noch Al Capone?

Berlin arbeitet offenbar weiter konsequent an seinem internationalen Ruf. Andere Städte werben...

Allgemeines

AfD Sachsen-Anhalt: Der Weg zur Macht reicht nicht – jetzt braucht es auch Kompetenz

Die AfD in Sachsen-Anhalt befindet sich politisch im Aufwind. Umfragen sehen die...

Allgemeines

Willkommen im betreuten Feiern: Erlangen erklärt den Ballermann zur Staatsgefahr

Es gibt Städte, die kümmern sich um Wohnungsnot, marode Straßen oder steigende...