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Die verschwundenen US-Amerikanerin

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Im Fall der verschwundenen US-Amerikanerin Lynette Hooker in den Bahamas kommen zunehmend neue Details über ihre Beziehung zu ihrem Ehemann Brian Hooker ans Licht. Der Mann aus dem US-Bundesstaat Michigan wurde inzwischen festgenommen und von den Ermittlern offiziell als Verdächtiger eingestuft.

Nach einem Bericht von NBC News gerieten Brian und Lynette Hooker bereits im Jahr 2015 in ihrem Haus in Michigan in einen heftigen Streit, der blutig endete. Einem Polizeibericht zufolge, der am Donnerstag, dem 9. April, bekannt wurde, waren beide Ehepartner damals stark alkoholisiert und beschuldigten sich gegenseitig, gewalttätig geworden zu sein.

Die Polizei konnte laut dem Bericht nicht eindeutig feststellen, wer den Streit begonnen hatte. Da Brian Hooker jedoch die einzige sichtbare Verletzung aufwies – eine blutige Nase – wurde Lynette Hooker wegen Körperverletzung festgenommen und verbrachte die Nacht im Bezirksgefängnis.

USA TODAY teilte mit, ebenfalls Einsicht in diesen Polizeibericht beantragt zu haben. Darüber hinaus wurde auch ein weiterer Bericht angefordert, der sich auf einen Kindesmisshandlungsvorwurf gegen Brian Hooker aus dem Jahr 2005 bezieht. Gerichtsunterlagen zufolge wurde er in diesem Fall später von einer Jury freigesprochen.

Während Brian Hookers Anwalt seinen Mandanten verteidigt, erhebt Lynette Hookers Tochter Karli Aylesworth schwere Vorwürfe gegen ihren Stiefvater. Sie zweifelt sowohl seine Darstellung des Vorfalls in den Bahamas an als auch seine Aussagen zu den Umständen des Verschwindens ihrer Mutter. Zudem behauptet sie, er habe ihrer Mutter in der Vergangenheit mehrfach gedroht.

Brian Hookers Anwalt Terrel A. Butler erklärte gegenüber USA TODAY, sein Mandant weise sämtliche Vorwürfe entschieden zurück. „Herr Hooker bestreitet kategorisch und unmissverständlich jedes Fehlverhalten und insbesondere die jüngsten Anschuldigungen von Karli Aylesworth“, sagte Butler. Zugleich betonte er, Hooker kooperiere im Rahmen der laufenden Ermittlungen mit den zuständigen Behörden.

Nach Angaben der Royal Bahamas Police Department meldete Brian Hooker am Samstag, dem 4. April, dass seine Ehefrau während einer nächtlichen Bootsfahrt über Bord gegangen sei. Das Paar sei mit einem etwa 2,40 Meter langen Schlauchboot mit festem Boden von Hope Town nach Elbow Bay unterwegs gewesen. Beide Orte liegen vor Great Abaco Island auf den Bahamas.

Brian Hooker erklärte laut Polizei, seine Frau habe die Bootsschlüssel bei sich getragen. Als sie ins Wasser fiel, sei deshalb der Motor ausgegangen. Anschließend habe eine starke Strömung sie mitgerissen, sodass er sie aus den Augen verloren habe.

Die Polizei teilte weiter mit, Brian Hooker habe das kleine Boot anschließend mit einem Paddel ans Ufer gebracht. Dies habe mehrere Stunden gedauert. Demnach erreichte er das Festland erst gegen 4 Uhr morgens am Sonntag, dem 5. April.

Advardo Dames, stellvertretender Kommissar der Royal Bahamas Police, bezeichnete Brian Hooker in einem Gespräch mit Reuters ausdrücklich als „Verdächtigen“. Ein Sprecher der US-Küstenwache bestätigte gegenüber USA TODAY zudem, dass auch die US-Behörde strafrechtliche Ermittlungen im Zusammenhang mit Lynette Hookers Verschwinden aufgenommen habe.

Die Such- und Rettungsmaßnahmen nach der Frau waren umfangreich. Zum Einsatz kamen unter anderem professionelle Taucher, Drohnentechnik sowie ein Hubschrauber der US-Küstenwache. Die Suche wurde inzwischen deutlich zurückgefahren und gilt nun offiziell als Bergungsmission, nicht mehr als Rettungseinsatz.

Die Polizei auf den Bahamas ruft weiterhin mögliche Zeugen oder Personen mit relevanten Informationen dazu auf, sich unter den Notrufnummern 911 oder 919 oder anonym unter 328-8477 zu melden.

Seit dem Verschwinden seiner Frau hat Brian Hooker keine Interviews mit Medien gegeben. Am Mittwoch, dem 8. April, veröffentlichte er jedoch rund zwölf Stunden vor seiner Festnahme einen kurzen Beitrag auf Facebook.

Darin schrieb er: „Ich bin untröstlich über den jüngsten Bootsunglücksfall bei unberechenbarer See und starkem Wind, durch den meine geliebte Lynette in der Nähe von Elbow Cay in den Bahamas aus unserem kleinen Schlauchboot fiel.“ Weiter erklärte er, trotz verzweifelter Versuche, sie zu erreichen, hätten Wind und Strömung sie immer weiter voneinander getrennt. Die Suche nach ihr sei nun sein einziger Fokus.

Außerdem hinterließ Brian Hooker am Tag nach dem Verschwinden eine Sprachnachricht für seine Stieftochter. Diese Nachricht wurde von Karli Aylesworth mehreren Medien zur Verfügung gestellt. Darin sagte er, die Such- und Rettungskräfte in Hope Town hätten einen Schwimmkörper gefunden, den er ihrer Mutter zugeworfen habe, als sie über Bord gegangen sei. Zwar sei Lynette Hooker noch nicht gefunden worden, aber die Einsatzkräfte könnten ihre Suche nun auf ein kleineres Gebiet konzentrieren.

Sein Anwalt erklärte gegenüber USA TODAY, Brian Hooker könne sich während der laufenden Ermittlungen nicht weiter öffentlich äußern. Zugleich betonte er die Bedeutung eines fairen rechtsstaatlichen Verfahrens. In seinem Statement erinnerte Butler daran, dass in den USA jeder Mensch bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig gilt. Öffentliche Spekulationen über ein mögliches Ergebnis könnten die Fairness des Verfahrens beeinträchtigen.

Lynette und Brian Hooker hatten ihre Segelreisen seit Jahren ausführlich in sozialen Netzwerken dokumentiert. Auf TikTok beschrieben sie sich selbst als „verheiratetes Paar, das sein bestes Leben lebt“, nachdem es „dem ganzen Unsinn davongesegelt“ sei. In den vergangenen Jahren segelten sie unter anderem nach New Orleans, Miami Beach, Key West, auf dem Lake Michigan und zuletzt durch die Bahamas.

Lynette Hookers Tochter Karli Aylesworth zeichnete in Interviews mit NBC News, CBS News und Fox News jedoch ein deutlich anderes Bild der Beziehung. Sie beschrieb das Verhältnis ihrer Mutter zu Brian Hooker als angespannt, instabil und zunehmend von Streit und Alkohol geprägt.

Gegenüber CBS sagte sie: „In ihrer Beziehung ging es zuletzt viel um Streit und Alkohol. Deshalb frage ich mich, was in diesem Schlauchboot wirklich passiert ist.“ Fox News sagte sie: „Es ergibt einfach keinen Sinn. Es gibt eine Vorgeschichte, in der er sie gewürgt und damit gedroht hat, sie über Bord zu werfen. Dass genau das jetzt passiert ist, lässt mich glauben, dass mehr hinter der Geschichte steckt.“

Auch der Polizeieinsatz von 2015 wirft in diesem Zusammenhang neue Fragen auf. Laut einem Bericht des Kentwood Police Department, den NBC News erhalten hat, erklärte eine „stark alkoholisierte“ Lynette Hooker damals gegenüber den Beamten, Brian Hooker habe sie gewürgt und geschlagen.

Die Polizisten trafen Brian Hooker betrunken mit blutender Nase an. Er sagte laut Bericht, seine Frau habe ihm bis zu fünfmal ins Gesicht geschlagen. Ein Beamter notierte, Hooker habe erklärt, er sei „schon lange nicht mehr so geschlagen worden“. Danach habe er zu weinen begonnen und sei emotional geworden.

Die Polizei stellte fest, dass Brian Hooker eine geschwollene und blutende Nase hatte, während Lynette Hooker keine sichtbaren Verletzungen aufwies.

USA TODAY erklärte, man habe bislang keine Unterlagen gefunden, die belegen würden, dass Brian Hooker jemals wegen häuslicher Gewalt verurteilt wurde.

Am Donnerstagabend befand sich Brian Hooker nach Angaben seines Anwalts auf einer Polizeiwache auf Grand Bahama. Die Royal Bahamas Police Department beantwortete Fragen von USA TODAY zum weiteren Vorgehen zunächst nicht, darunter auch die Frage, ob Hooker in Haft bleibt oder wieder freigelassen werden soll.

Der Fall sorgt inzwischen international für Aufmerksamkeit. Während die Ermittler auf den Bahamas und in den USA weiter prüfen, was in der Nacht des Verschwindens tatsächlich geschah, rücken zunehmend auch frühere Konflikte des Paares und widersprüchliche Darstellungen in den Mittelpunkt.

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