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Großbritannien wartet auf Montag: Starmer denkt nach, Labour misst schon die Vorhänge aus

aitoff (CC0), Pixabay
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Die Frage lautet nicht mehr ob, sondern wann

In London gibt es derzeit nur noch eine spannende Frage: Wann zieht Keir Starmer aus der Downing Street aus?

Offiziell ist der britische Premierminister weiterhin fest entschlossen, im Amt zu bleiben und jeden Herausforderer zu bekämpfen. Inoffiziell scheinen inzwischen allerdings selbst die Topfpflanzen im Regierungssitz ihre Zukunft eher unter Andy Burnham zu sehen.

Britische Medien überschlagen sich mit Berichten über einen möglichen Rücktritt bereits am Montag. Die Quellenlage ist beeindruckend: Insider, Parteifreunde, Kabinettsmitglieder, ehemalige Weggefährten und vermutlich auch der Mann, der morgens die Zeitung vor der Downing Street ausliefert, rechnen inzwischen mit einem Abgang.

Burnham wartet höflich vor der Tür

Besonders unangenehm für Starmer ist die Tatsache, dass sein möglicher Nachfolger nicht einmal aktiv kämpfen muss.

Andy Burnham gewann die Nachwahl in Makerfield so überzeugend, dass sich große Teile der Labour-Partei inzwischen verhalten wie Menschen, die bei einer Firmenfeier bereits den Nachfolger des Chefs umringen, obwohl der Chef noch anwesend ist.

Burnham selbst hält sich auffallend zurück. Das ist politisch klug.

Wer einen Premierminister beerben will, sollte möglichst nicht dabei gesehen werden, wie er bereits dessen Bürostuhl ausprobiert.

Der Vatertag als Krisenmanagement

Während Westminster über seine Zukunft diskutierte, veröffentlichte Starmer am Wochenende einen Beitrag zum Vatertag.

„Vater zu sein ist meine größte Freude“, schrieb der Premierminister.

Politische Beobachter analysierten daraufhin stundenlang, ob diese Botschaft ein Rücktrittssignal, ein Hilferuf oder einfach nur ein Vatertagsgruß war.

In der heutigen Politik kann selbst ein Familienfoto eine Verfassungskrise auslösen.

Minister sprechen plötzlich Klartext

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung innerhalb des Kabinetts.

Mehrere hochrangige Minister sollen Starmer inzwischen nahegelegt haben, den Weg freizumachen.

Normalerweise endet eine solche Empfehlung mit einer sofortigen Entlassung.

Doch diesmal blieben die Kritiker im Amt.

Das ist ungefähr so, als würden Passagiere dem Kapitän mitteilen, dass jemand anderes vielleicht besser fliegen könnte – und der Kapitän darauf antwortet: „Interessanter Punkt.“

Wirtschaftsminister versucht Optimismus

Wirtschaftsminister Peter Kyle bemühte sich derweil um Schadensbegrenzung.

Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass Starmer am Montag zurücktreten werde, erklärte er.

Im selben Atemzug räumte er allerdings ein, dass der Premierminister derzeit über politische Realitäten nachdenke.

In der Sprache britischer Politiker bedeutet „über politische Realitäten nachdenken“ ungefähr das Gleiche wie „die Koffer sind noch nicht gepackt, aber der Reißverschluss ist offen“.

Trump weiß es natürlich schon

Wie immer durfte auch Donald Trump nicht fehlen.

Der US-Präsident verkündete bereits auf seiner Plattform, Starmer werde zurücktreten.

Ob Trump über geheime Informationen verfügt oder einfach täglich genügend Vorhersagen trifft, bis eine davon stimmt, blieb offen.

Fest steht nur: Sollte Starmer tatsächlich gehen, wird Trump innerhalb von drei Minuten erklären, er habe es als Erster gewusst.

Das Ende einer kurzen Ära?

Noch vor wenigen Jahren galt Keir Starmer als Hoffnungsträger der britischen Sozialdemokratie.

Heute diskutiert seine eigene Partei darüber, wie schnell der Übergang zu seinem Nachfolger erfolgen sollte.

Politik kann brutal sein.

Besonders in Großbritannien, wo Premierminister manchmal schneller ausgetauscht werden als die Trainer mancher Fußballvereine.

Am Montag könnte nun die Entscheidung fallen.

Bis dahin bleibt Starmer Premierminister.

Zumindest offiziell.

In der Labour-Partei scheinen viele bereits einen Schritt weiter zu sein.

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