Die Entscheidung ist gefallen: Der Demokrat Xavier Becerra und der Republikaner Steve Hilton haben sich bei der Gouverneursvorwahl in Kalifornien die beiden Plätze für die Hauptwahl im November gesichert. Damit läuft alles auf ein politisches Duell hinaus, das weit über die Grenzen des Bundesstaates hinaus als Stimmungstest für die amerikanische Politik gilt.
Becerra, ehemaliger Gesundheitsminister unter Präsident Joe Biden, erreichte knapp 28 Prozent der Stimmen. Hilton, früherer Fox-News-Kommentator und Unterstützer von Präsident Donald Trump, kam auf rund 25 Prozent. Der milliardenschwere Unternehmer und Klimaaktivist Tom Steyer verpasste mit gut 22 Prozent den Einzug in die entscheidende Runde.
Die Vorwahl war außergewöhnlich groß: Insgesamt standen 61 Kandidatinnen und Kandidaten auf dem Stimmzettel. Nach kalifornischem Wahlrecht ziehen unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit die beiden stimmenstärksten Bewerber in die Hauptwahl ein.
Für Becerra ist das Ergebnis ein bemerkenswertes Comeback. Noch vor wenigen Wochen lag er in Umfragen deutlich zurück. Im Wahlkampf setzte er auf Themen wie bezahlbaren Wohnraum, Gesundheitsversorgung und die Abgrenzung von Trumps Politik. Nach seinem Erfolg erklärte er, die Wähler hätten gezeigt, dass sich politische Ämter nicht einfach kaufen ließen.
Hilton präsentierte sich dagegen als Kandidat des Wandels. Der gebürtige Brite und politische Quereinsteiger kritisiert seit Monaten die hohen Lebenshaltungskosten in Kalifornien und kündigte an, den Bundesstaat wieder wirtschaftlich attraktiver machen zu wollen. Zugleich setzt er auf die Unterstützung aus dem republikanischen Lager rund um Trump.
Besonders bemerkenswert ist die Dimension des Wahlkampfs. Mit Werbeausgaben von mehr als 316 Millionen Dollar gilt das Rennen bereits jetzt als die teuerste Gouverneurswahl in der Geschichte Kaliforniens. Allein Steyer investierte nach Schätzungen mehr als 200 Millionen Dollar in seine Kampagne – ohne den erhofften Erfolg.
Überschattet wurde die Auszählung von politischen Kontroversen. Trump warf den Demokraten ohne Belege vor, Stimmen zu manipulieren, und kritisierte die langsame Auszählung der Briefwahlstimmen. Bürgerrechtsgruppen und Wahlorganisationen wiesen die Vorwürfe zurück und betonten, dass die gründliche Auszählung Teil des kalifornischen Wahlsystems sei.
Im November geht es nun um die Nachfolge des demokratischen Gouverneurs Gavin Newsom, der nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten darf. Während Becerra der erste gewählte Latino-Gouverneur Kaliforniens seit mehr als hundert Jahren werden könnte, hätte Hilton die Chance, der erste republikanische Gouverneur seit Arnold Schwarzenegger zu werden.
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