Natürlich kann man mit Gold grundsätzlich seriös Geld verdienen. Gold bleibt ein klassischer Sachwert und wird von vielen Anlegern gerade in Krisenzeiten als sicherer Hafen angesehen. Aber genau an diesem Punkt beginnt auch das Problem bei vielen sogenannten Gold-MLM- oder Strukturvertriebsmodellen.
Denn wer sich einmal die offiziellen Edelmetallkurse etwa bei der Commerzbank anschaut, erkennt schnell, wie die Realität aussieht.
Der aktuelle Verkaufspreis für einen Kilobarren Gold liegt dort bei rund 123.941 Euro. Zusätzlich verlangt die Bank für die Abwicklung noch Gebühren von etwa drei Prozent. Gleichzeitig liegt der Preis für ein einzelnes Gramm Gold aktuell bei rund 137 Euro.
Und genau hier setzen viele Goldvertriebe an:
Sie kaufen Gold in großen Einheiten — also günstig als Kilobarren — und verkaufen es anschließend gramweise weiter. Oft kommt dann zusätzlich noch ein sogenanntes Agio von fünf Prozent oder mehr oben drauf.
Für die Verkäufer bedeutet das:
eine massive Handelsspanne.
Für den Kunden dagegen sieht die Sache oft deutlich schlechter aus.
Denn das große Problem bei solchen Modellen:
Das Gold wird häufig gar nicht physisch einzeln zugeordnet oder ausgeliefert. Eine echte Aussonderung oder Absonderung des Goldes wäre praktisch nur bei vollständigen Barren möglich — also etwa ab einem Kilogramm. Genau das funktioniert aber in klassischen MLM- oder Network-Marketing-Strukturen kaum.
Und damit kommt man zum eigentlichen Kernproblem:
MLM-Systeme benötigen enorme Margen, um überhaupt zu funktionieren. Insider sprechen davon, dass viele dieser Modelle unter 60 Prozent Gesamtmarge wirtschaftlich gar nicht tragfähig sind. Schließlich müssen Provisionen, Vertriebsstufen, Werbung und Bonusmodelle finanziert werden.
Die logische Konsequenz:
Der eigentliche Produktwert tritt oft in den Hintergrund — entscheidend wird vor allem das Anwerben neuer Kunden und Vertriebspartner.
Genau deshalb muss man sehr deutlich sagen:
Ein Goldmodell im MLM-Bereich kann aus mathematischen Gründen kaum seriös funktionieren, ohne dass der Kunde am Ende massiv überteuert einkauft.
Wer etwas anderes behauptet, redet entweder Unsinn — oder täuscht Anleger bewusst.
Besonders brisant:
Ähnliche Konstruktionen gab es in der Vergangenheit bereits mehrfach. Viele Anleger erinnern sich noch an den Fall „Canada Gold Trust“. Damals verloren Investoren rund 100 Millionen Euro.
Deshalb sollten Anleger bei Gold-Investments immer genau prüfen:
- Wird echtes physisches Gold geliefert?
- Ist das Gold eindeutig zugeordnet?
- Welche Aufschläge und Provisionen fallen an?
- Wer verdient am Modell wirklich?
Denn gerade bei vermeintlich „sicheren“ Gold-Investments gilt:
Nicht alles, was glänzt, ist automatisch seriös.
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