Es gibt Spiele, die gewinnt man. Es gibt Spiele, die verliert man. Und dann gibt es Spiele wie dieses, bei denen man sich nach dem Schlusspfiff fragt, ob der Fußballgott gerade einen besonders schwarzen Humor hatte.
Ecuador war gegen die Elfenbeinküste über weite Strecken mindestens ebenbürtig, phasenweise sogar die bessere Mannschaft. Drei Aluminiumtreffer sprechen eine deutliche Sprache. Wer dreimal Pfosten oder Latte trifft, hat vieles richtig gemacht – außer den Ball ins Tor zu schießen.
Genau darin liegt die ganze Tragik dieses WM-Auftakts.
Während Ecuador vor allem in der ersten Halbzeit mit Tempo, Mut und spielerischer Qualität überzeugte, bewies die Elfenbeinküste etwas, das bei großen Turnieren oft den Unterschied macht: Geduld. Die Afrikaner überstanden die Druckphase, kamen nach der Pause immer besser ins Spiel und übernahmen zunehmend die Kontrolle. Auch sie scheiterten einmal am Aluminium, wirkten aber in den entscheidenden Momenten abgeklärter.
Und so kam, was im Fußball häufig passiert: Die Mannschaft, die lange Zeit dem Tor näher schien, ging am Ende leer aus. Statt eines verdienten Punktgewinns oder vielleicht sogar eines Sieges steht für Ecuador nun eine bittere 0:1-Niederlage.
Der Treffer von Diallo kurz vor Schluss war dabei kein Zufall, sondern die Belohnung für eine starke zweite Halbzeit der Ivorer. Unverdient war der Erfolg keineswegs. Brutal für Ecuador bleibt er trotzdem.
Für die Elfenbeinküste ist der Sieg Gold wert. Nun wartet das Duell mit Deutschland – und plötzlich geht es womöglich schon um den Gruppensieg. Die „Elefanten“ haben gezeigt, dass sie nicht nur körperlich stark, sondern auch taktisch diszipliniert und nervenstark sind.
Ecuador dagegen muss sich schnell schütteln. Gegen Curacao zählt nur ein Sieg. Die gute Nachricht: Wer gegen die Elfenbeinküste so auftritt, muss sich vor kaum einem Gegner verstecken. Die schlechte Nachricht: Bei einer Weltmeisterschaft gibt es keine Punkte für Pfosten- und Lattentreffer.
Und genau deshalb steht Ecuador nach einem starken Auftritt mit leeren Händen da. Fußball kann manchmal ein verdammt ungerechtes Spiel sein.
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