Die niederländischen Fans hatten die Party in Dallas schon vorbereitet. Tausende Oranje-Anhänger verwandelten Texas in eine Außenstelle von Amsterdam, Virgil van Dijk traf zur Führung, Crysencio Summerville legte nach – und eigentlich schien alles angerichtet für einen erfolgreichen WM-Auftakt.
Eigentlich.
Denn Japan tat bei dieser Weltmeisterschaft wieder das, was Japan bei Weltmeisterschaften so gerne tut: Es hält sich nicht an die Drehbücher der Favoriten.
Lange sah es nach einem typischen Geduldsspiel aus. Die Niederlande hatten mehr Ballbesitz, mehr Kontrolle und die größere individuelle Qualität. Japan verteidigte diszipliniert, arbeitete fleißig und wartete auf seine Momente. Als die Oranje nach der Pause endlich Tempo aufnahm und zweimal in Führung ging, glaubten viele bereits an den erwartbaren Sieger.
Doch genau hier liegt die Stärke dieser japanischen Mannschaft.
Sie verliert nie den Glauben an ihre Chance.
Nach dem 1:2 blieb Japan ruhig, organisiert und mutig. Während die Niederländer es versäumten, mit dem dritten Treffer alles klarzumachen, wuchs bei den Asiaten die Überzeugung, dass noch etwas möglich ist. Und tatsächlich: Kurz vor Schluss belohnte sich die Mannschaft mit dem Ausgleich durch Daichi Kamada.
Der Jubel der Japaner sprach Bände. Für sie fühlt sich dieses 2:2 wie ein Sieg an. Für die Niederländer dagegen dürfte es sich eher wie eine Niederlage anfühlen.
Die Elftal hat zweifellos ihre Qualität gezeigt. Van Dijk führte die Mannschaft an, Summerville erzielte ein Traumtor und offensiv blitzte das enorme Potenzial immer wieder auf. Doch die Partie offenbarte auch eine alte Schwäche: Wenn die Niederlande glauben, alles unter Kontrolle zu haben, werden sie manchmal nachlässig.
Japan bestrafte genau das.
Für den weiteren Turnierverlauf könnte dieser Punkt noch Gold wert sein. Die Asiaten haben bewiesen, dass sie gegen spielstarke Gegner nicht nur mithalten, sondern auch zurückkommen können. Die Niederlande wiederum wissen nun, dass Talent allein bei einer Weltmeisterschaft nicht reicht.
Am Ende crashte Japan die Oranje-Party – höflich, diszipliniert und mit perfektem Timing. Ganz japanisch eben
Kommentar hinterlassen