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Fünf Tote und 86 Vermisste nach Brand auf philippinischer Fähre

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay
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Bei einem schweren Brand auf einer Passagierfähre auf den Philippinen sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der philippinischen Küstenwache werden noch 86 Personen vermisst. Bislang konnten 43 Menschen gerettet werden.

Das Feuer brach auf der Fähre „MV June Aster“ aus, als sich das Schiff seinem Ziel Coron in der Provinz Palawan näherte. An Bord befanden sich laut Passagierliste insgesamt 134 Menschen: 117 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder.

Die Zahlen können sich nach Angaben der Behörden noch verändern, da die Such- und Rettungsarbeiten weiterhin andauern und noch nicht alle geretteten Passagiere befragt werden konnten.

Feuer kurz vor dem Ziel ausgebrochen

Die Fähre war vom Hafen der philippinischen Hauptstadt Manila ausgelaufen und befand sich auf dem Weg nach Coron. Das Feuer entstand rund 1,2 Seemeilen, etwa 2,2 Kilometer, nordöstlich des Küstenortes Barangay Marcilla.

Coron gehört zur Provinz Palawan und ist eines der bekanntesten Reiseziele der Philippinen. Die Region ist für ihre Kalksteinfelsen, klaren Gewässer und zahlreichen Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg bekannt. Besonders bei Tauchern ist die Gegend beliebt.

Da sich die Fähre zum Zeitpunkt des Unglücks noch vergleichsweise nahe an der Küste befand, konnten Rettungskräfte einige Überlebende rasch zu einem Evakuierungszentrum in Barangay Turda bringen.

Fähre vollständig von Flammen erfasst

Von der Küstenwache veröffentlichte Aufnahmen zeigen das Schiff in der Dunkelheit, während große Flammen und dichter Rauch aus der Fähre schlagen. Weitere Bilder zeigen, wie Rettungskräfte Passagiere aus kleineren Booten an Land bringen und Verletzte in Sicherheit tragen.

Mehrere Menschen sollen aus dem Wasser geborgen worden sein. Bei einer ersten Meldung war von 42 Geretteten die Rede. Später teilte die Küstenwache mit, dass eine weitere Person gefunden worden sei. Damit erhöhte sich die Zahl der Überlebenden auf 43.

Unter den zunächst geretteten Menschen befanden sich nach Angaben der Behörden 38 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Zur zuletzt geretteten Person wurden zunächst keine weiteren Angaben gemacht.

Schlechtes Wetter erschwert die Suche

Die Rettungsarbeiten werden durch starken Wellengang, ungünstiges Wetter und kräftige Meeresströmungen erschwert.

Die Küstenwache versucht gleichzeitig, den Brand vollständig zu löschen und das Gebiet um das Schiff nach Überlebenden abzusuchen. Durch die Strömung wurde die brennende Fähre von der ursprünglichen Unglücksstelle weggetragen.

Nach Angaben eines Sprechers driftete das Schiff von einer Position etwa vier Seemeilen vor Barangay Turda bis zu einem Punkt, der rund 7,7 Seemeilen entfernt lag. Dadurch vergrößerte sich das Suchgebiet erheblich.

Die Behörden betonten, dass bei der Suche jede Minute zähle. Neben staatlichen Rettungskräften beteiligen sich auch freiwillige Fischer aus den umliegenden Gemeinden an der Aktion.

Behörden setzen alle verfügbaren Kräfte ein

Die philippinische Küstenwache erklärte, dass verschiedene Behörden gemeinsam an der Rettungsmission beteiligt seien. Ziel sei es, alle verfügbaren staatlichen und örtlichen Kräfte zu bündeln.

Ein Sprecher sprach den Angehörigen der Vermissten sein Mitgefühl aus. Die Behörden seien sich der großen Angst und Unsicherheit der Familien bewusst.

Angehörige, die noch keinen Kontakt zu mitreisenden Familienmitgliedern herstellen konnten, wurden gebeten, sich bei den zuständigen Stellen zu melden. Damit soll überprüft werden, ob die Passagierliste vollständig und korrekt ist.

Familie mit dreijährigem Kind vermisst

Unter den vermissten Passagieren befindet sich auch eine dreiköpfige Familie, die auf dem Weg nach Hause war.

Mae Lorraine Galera-Navoa war gemeinsam mit ihrem Ehemann Elyzer Navoa und ihrer dreijährigen Tochter Hiraya Joy nach Luzon gereist, um an der Beerdigung ihres Vaters teilzunehmen. Anschließend wollte die Familie mit der Fähre zurück nach El Nido in Palawan fahren.

Nach Angaben eines Angehörigen hatte Mae während der Überfahrt noch ein Foto an ihre Familie geschickt. Dieses Bild wurde später für einen öffentlichen Suchaufruf verwendet.

Die Angehörigen erklärten, dass sie bisher keine Nachricht über den Verbleib der Familie erhalten hätten. Sie versuchten deshalb auch über örtliche Nachrichtenseiten und soziale Medien, neue Informationen zu bekommen.

Die Familie hoffe und bete weiterhin darauf, dass die drei Vermissten lebend gefunden würden.

Helfer berichtet von erschütternden Szenen

Ein Mitarbeiter des örtlichen Katastrophenschutzes, der namentlich nicht genannt werden wollte, half dabei, Verletzte und Todesopfer in ein Krankenhaus zu bringen.

Er beschrieb die Situation als erschütternd. Ein Unglück dieses Ausmaßes habe es in Coron nach seiner Kenntnis bisher nicht gegeben. Besonders tragisch sei, dass die Fähre nur noch ungefähr eine Stunde vom vorgesehenen Hafen entfernt gewesen sei.

Die geretteten Passagiere wurden zunächst medizinisch versorgt und in Sicherheit gebracht. Die Ermittler konnten sie noch nicht umfassend zum Ablauf des Brandes befragen.

Ursache des Feuers noch unklar

Warum das Feuer auf der „MV June Aster“ ausbrach, ist bislang nicht bekannt. Die Küstenwache hat Ermittlungen aufgenommen und steht nach eigenen Angaben mit der Reederei in Verbindung.

Zunächst konzentrieren sich die Einsatzkräfte jedoch auf die Suche nach den Vermissten und die Versorgung der Überlebenden.

Erst wenn das Schiff gesichert und die wichtigsten Rettungsmaßnahmen abgeschlossen sind, dürfte eine genauere Untersuchung der Brandursache möglich sein.

Schiffsunglücke auf den Philippinen keine Seltenheit

Die Philippinen bestehen aus mehr als 7.000 Inseln. Fähren sind deshalb ein besonders wichtiges Verkehrsmittel. Sie transportieren täglich Menschen und Güter zwischen Orten, die teilweise nicht oder nur schwer mit dem Flugzeug erreichbar sind.

Der Schiffsverkehr ist jedoch mit erheblichen Risiken verbunden. Tropische Stürme, Monsunregen und starke Wellen können die Bedingungen auf See gefährlich machen. Die Philippinen werden durchschnittlich von etwa 20 Taifunen pro Jahr getroffen.

Bei früheren Schiffsunglücken wurden außerdem mangelhafte Wartung und eine unzureichende Durchsetzung der Sicherheitsbestimmungen als Ursachen genannt.

Im Jahr 2023 kamen 31 Menschen ums Leben, als im Südwesten der Philippinen auf der Passagierfähre „MV Lady Mary Joy 3“ ein Feuer ausbrach. Das Schiff war damals von Zamboanga City zur Insel Basilan unterwegs.

Sollte sich die hohe Zahl der Vermissten bestätigen, könnte der Brand auf der „MV June Aster“ zu den schwersten Fährunglücken der vergangenen Jahre auf den Philippinen zählen.

Die Such- und Rettungsarbeiten werden fortgesetzt. Die Behörden weisen darauf hin, dass sich die Angaben zur Zahl der Geretteten, Vermissten und Todesopfer jederzeit ändern können.

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