Ein französischer Hochschullehrer steht im Verdacht, einen internationalen Wissenschaftspreis frei erfunden zu haben – um ihn anschließend selbst zu gewinnen. Die Affäre sorgt in Frankreich für großes Aufsehen.
Der Philologe Florent Montaclair aus Besançon erhielt 2016 bei einer feierlichen Zeremonie in der französischen Nationalversammlung die angebliche „Goldmedaille für Philologie“. Anwesend waren laut Berichten sogar Minister und Nobelpreisträger.
Doch wie Ermittler inzwischen vermuten, existierte weder der Preis noch die angeblich verleihende „Internationale Gesellschaft für Philologie“. Beides soll Montaclair selbst geschaffen haben, offenbar um seine akademische Reputation aufzuwerten.
Die Staatsanwaltschaft in Besançon untersucht nun, ob dabei Straftaten begangen wurden. Seine Universität suspendierte den Professor inzwischen auf unbestimmte Zeit.
„Die Geschichte ist so absurd, sie könnte aus einem Film stammen“, sagte Staatsanwalt Paul-Edouard Lallois.
Die Konstruktion begann offenbar bereits 2015. Damals berichtete eine Lokalzeitung, Montaclair gehöre zu den letzten Kandidaten für einen renommierten internationalen Preis – in der Schlagzeile war sogar von einem „Nobelpreis“ die Rede. Wenig später wurde vermeldet, er habe die Auszeichnung gewonnen.
Besonders peinlich: 2016 ehrte Montaclair in Brüssel sogar den berühmten US-Linguisten Noam Chomsky mit einer Medaille der erfundenen Gesellschaft. Videos der Veranstaltung sind bis heute online verfügbar.
Auch andere Details wirken im Nachhinein grotesk. So führte Montaclair in seinem Lebenslauf einen Doktortitel einer angeblichen Universität in Delaware auf – eine Hochschule, die nach Recherchen offenbar nie existierte.
Aufgedeckt wurde der Fall schließlich durch Journalisten in Rumänien. Nachdem Montaclair einen bekannten rumänischen Sprachwissenschaftler als nächsten Preisträger angekündigt hatte, begannen Reporter dort zu recherchieren – und stießen auf zahlreiche Ungereimtheiten.
In Frankreich blieb die Affäre zunächst weitgehend unbeachtet. Erst vergangenes Jahr wurde sie erneut Thema, als Montaclair ausgerechnet eine Diskussion über „Fake News“ moderieren sollte.
Bei einer Hausdurchsuchung soll der Professor laut Le Monde eingeräumt haben, die Medaille kurz vor der Preisverleihung bei einem Juwelier für rund 250 Euro bestellt zu haben.
Montaclair weist Betrugsvorwürfe zurück. Es handle sich nicht um eine Täuschung, sondern um den Versuch gewesen, „eine neue akademische Auszeichnung zu etablieren“.
Juristisch könnte der Fall kompliziert werden. Denn einen wertlosen Preis zu erfinden, ist für sich genommen offenbar nicht strafbar. Entscheidend wird nun sein, ob Montaclair dadurch berufliche Vorteile erlangte.
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Spannend. Wie schafft man es, dass dann sogar Minister und Nobelpreisträger kommen.
Aber warum sollte das verboten sein? Es gibt ja auch einen „Friedenspreis der Fifa“. Über den lacht zwar jeder, aber ich habe noch keine Stimmen gehört, dass es verboten sei, so einen Preis zu erfinden.