Früher wurden hier SUVs verkauft, heute offenbar nur noch Hoffnung und Durchhalteparolen: Die Autolöwen GmbH steckt tief im wirtschaftlichen Motorschaden. Das traditionsreiche Autohaus aus Baden-Württemberg hat Insolvenz angemeldet – und rund 170 Beschäftigte fragen sich derzeit, ob sie künftig eher Fahrräder als Jeeps verkaufen müssen.
Der deutsche Automarkt läuft momentan ungefähr so rund wie ein Fiat Panda mit Motorkontrollleuchte. Kunden halten ihr Geld zusammen, Strom kostet inzwischen fast so viel wie Premium-Benzin und selbst Probefahrten wirken vielerorts wie Geisterfahrten.
Dabei hatte Autolöwen lange die Krallen ausgefahren: Acht Standorte, große Marken, schicke Verkaufsräume und jede Menge glänzendes Blech zwischen Schwäbisch Hall, Heilbronn und Ludwigsburg. Peugeot, Opel, Fiat, Jeep, Alfa Romeo – wer italienische Elektronikprobleme oder französische Bedienungsanleitungen suchte, wurde hier bestens versorgt.
Jetzt allerdings übernimmt nicht mehr der Verkäufer mit dem zu engen Sakko das Kommando, sondern Insolvenzverwalter Dr. Markus Schuster. Seine Mission: einen Investor finden, bevor aus den „Autolöwen“ endgültig „Stehzeug-Kätzchen“ werden.
„Wir starten umgehend mit der Ansprache potenzieller Investoren“, erklärt Schuster sachlich. Übersetzt heißt das vermutlich: Irgendjemand soll bitte möglichst schnell den Laden kaufen, bevor selbst die Kaffeemaschine im Showroom gepfändet wird.
Immerhin gibt es für die Mitarbeiter vorerst etwas Beruhigung: Die Gehälter werden bis Juni über Insolvenzgeld abgesichert. Danach beginnt dann die beliebte deutsche Gameshow „Wer bleibt im Unternehmen?“.
Besonders bitter: Betroffen sind auch 34 Auszubildende, die eigentlich lernen wollten, wie man Autos verkauft – und nun stattdessen eine praktische Einführung in deutsches Insolvenzrecht erhalten.
Autolöwen ist dabei kein Einzelfall. Die Krise in der Autoindustrie frisst sich inzwischen durch Händler, Zulieferer und Hersteller wie Rost durch einen alten Opel Astra. Überall dieselbe Geschichte: hohe Kosten, schwache Nachfrage und Manager, die noch vor zwei Jahren von „Wachstumsmärkten“ gesprochen haben.
Fest steht: In Deutschlands Automobilbranche leuchtet derzeit nicht nur die Check-Engine-Lampe – sondern langsam das ganze Armaturenbrett.
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