Startseite Allgemeines Fortuna Düsseldorf:Viele Neue, viele Schlagzeilen – aber wo ist die Mannschaft?
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Fortuna Düsseldorf:Viele Neue, viele Schlagzeilen – aber wo ist die Mannschaft?

jorono (CC0), Pixabay
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Der nächste Neuzugang ist da. Philipp Förster kommt, füllt angeblich die Zehner-Lücke, bringt Erfahrung, einen guten linken Fuß und gefährliche Standards mit. Klingt ordentlich. Vielleicht sogar richtig gut.

Aber langsam stellt sich eine andere Frage: Wer spricht eigentlich von der Mannschaft, die Fortuna jetzt braucht?

Samir Arabi hat bereits 15 neue Spieler verpflichtet. Das wird vielerorts gefeiert, als hätte Fortuna schon den Aufstieg perfekt gemacht. Jeder Transfer bekommt seine eigene Überschrift, jede Unterschrift wird als weiterer Coup verkauft und aus jedem halbwegs bekannten Namen wird sofort ein „Unterschiedsspieler“.

Nur: Eine erfolgreiche Mannschaft entsteht nicht dadurch, dass man möglichst viele Spieler verpflichtet.

Ein Manager kann im Sommer 15, 18 oder auch 20 neue Profis holen. Entscheidend ist am Ende nicht die Zahl der Einkäufe, sondern ob die Spieler zusammenpassen. Haben sie die richtige Mentalität für die 3. Liga? Ergänzen sie sich sportlich? Gibt es eine klare Hierarchie? Entsteht eine Achse? Wer übernimmt Verantwortung, wenn es nach drei Spielen nicht läuft?

Darüber wird erstaunlich wenig gesprochen.

Stattdessen begleiten wir Arabi auf seiner angeblichen Shopping-Tour und zählen die Einkaufstüten. Förster ist der 15. Zugang, ein Linksverteidiger und ein Sechser sollen noch kommen. Bald braucht der Verein vermutlich nicht nur einen Mannschaftsbus, sondern einen Anhänger für die restlichen Neuzugänge.

Verstehen wir uns nicht falsch: Förster kann für die 3. Liga ein sehr guter Spieler sein. Er hat Bundesliga- und Zweitligaerfahrung, kann Standards treten und dürfte technisch über dem Durchschnitt dieser Spielklasse liegen. Dass er zuletzt keinen Vertrag mehr hatte und in Karlsruhe nur drei Vorlagen gelangen, muss ihn ebenfalls nicht automatisch zu einem schlechten Transfer machen.

Aber auch er ist zunächst nur ein weiterer Baustein.

Und ein Haufen guter Bausteine ergibt noch lange kein stabiles Haus.

Gerade nach einem großen Umbruch braucht eine Mannschaft Zeit. Die Spieler müssen Laufwege lernen, Rollen akzeptieren und Vertrauen entwickeln. Ein Kader kann auf dem Papier hervorragend aussehen und auf dem Platz trotzdem wirken, als hätten sich alle erst zehn Minuten vor dem Anpfiff kennengelernt.

Deshalb sollte man Arabi jetzt weder vorschnell zum Transferkönig erklären noch jeden Zugang automatisch als Volltreffer feiern. Seine eigentliche Arbeit wird nicht daran gemessen, wie viele Spieler er im Juli präsentiert. Sie wird daran gemessen, ob im Herbst eine Mannschaft auf dem Platz steht, die weiß, was sie tut.

Fortuna braucht nicht bloß Namen, Erfahrung und einen Spezialisten für jede Position. Fortuna braucht eine Einheit. Eine Mannschaft, die in der 3. Liga dagegenhält, schlechte Spiele gewinnt und auch dann zusammenbleibt, wenn die erste Euphorie verschwunden ist.

Also herzlich willkommen, Philipp Förster. Gute Standards können wir gebrauchen, Kreativität ebenfalls.

Aber bevor wir Arabi für seine Einkaufstour feiern, warten wir lieber ab, ob aus all den Tüten am Ende tatsächlich eine funktionierende Mannschaft ausgepackt wird.

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