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Erst mal ankommen, Luca

mary1826 (CC0), Pixabay
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Ein „Transfer-Kracher“ also. Nun gut. In Cottbus haben wir schon genug erlebt, um bei solchen Begriffen nicht sofort die Konfettikanone aus dem Keller zu holen.

Luca Erlein ist 19 Jahre alt, U19-Nationalspieler, flexibel einsetzbar und offenbar so talentiert, dass Bayer Leverkusen zwei Millionen Euro für ihn bezahlt hat. Das klingt zweifellos vielversprechend. Aber zwischen „vielversprechend“ und „Zweitliga-Stammspieler“ liegen bekanntlich noch ein paar Zweikämpfe, schlechte Plätze und verregnete Auswärtsspiele.

Ob aus einem Talent einmal ein Star wird, zeigt sich eben nicht in Pressemitteilungen, sondern auf dem Rasen.

Dass Erlein Tempo mitbringt und in der Abwehr mehrere Positionen spielen kann, dürfte Energie helfen. Gerade als Aufsteiger braucht man Spieler, die Löcher stopfen können, bevor sie entstehen. Trainer Claus-Dieter Wollitz denkt sogar darüber nach, ihn im defensiven Mittelfeld einzusetzen. Das klingt nach einem jungen Mann, der künftig vermutlich überall auftaucht – außer vielleicht im Tor. Wobei man bei Wollitz nie ganz sicher sein kann.

Die bisherigen Zahlen sind ordentlich: 31 Drittligaspiele, fünf Vorlagen, ein kurzer Europa-League-Einsatz und eine starke U19-Europameisterschaft. Das ist eine gute Grundlage. Mehr aber auch noch nicht.

Erlein kommt nicht als fertiger Bundesliga-Verteidiger nach Cottbus. Er kommt, um sich zu entwickeln, Spielpraxis zu sammeln und herauszufinden, ob er auch im Männerfußball eine Liga höher bestehen kann. Energie wiederum bekommt keinen garantierten Heilsbringer, sondern einen jungen Spieler mit Potenzial.

Genau darin liegt jedoch der Reiz dieses Transfers.

Dass Leverkusen seinem Talent den nächsten Schritt ausgerechnet in der Lausitz zutraut, ist durchaus ein Kompliment für die Arbeit des Vereins. Offenbar gilt Energie inzwischen wieder als Adresse, bei der junge Spieler nicht nur geparkt, sondern tatsächlich besser werden können. Das darf man als Fan ruhig erfreulich finden, ohne gleich vom nächsten Nationalspieler zu träumen.

Also: Willkommen in Cottbus, Luca Erlein.

Zeig, was du kannst. Gewinne Zweikämpfe, lauf die rechte Seite hoch und runter, räum im Mittelfeld auf, falls der Trainer dich dort hinstellt – und lass dich von den großen Vorschusslorbeeren nicht verrückt machen.

Ein Juwel darf gern funkeln. Für den Anfang reicht es aber vollkommen, wenn es zuverlässig verteidigt.

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