Der Pharmakonzern Novo Nordisk steht wegen seiner populären Abnehmmedikamente Ozempic und Wegovy unter Druck. Die US-Arzneimittelbehörde FDA wirft dem Unternehmen vor, mögliche Nebenwirkungen – darunter auch Todesfälle – nicht ordnungsgemäß gemeldet zu haben.
In einem Warnschreiben nennt die Behörde mehrere Fälle, in denen Patienten während der Einnahme der Wirkstoffe schwere gesundheitliche Probleme erlitten haben, darunter Schlaganfälle, Suizidgedanken und mindestens ein Todesfall durch Suizid. Diese Ereignisse seien nicht fristgerecht oder gar nicht gemeldet worden – ein klarer Verstoß gegen Vorschriften.
Die FDA spricht von „systemischen Mängeln“ im Umgang mit Nebenwirkungen. Demnach habe Novo Nordisk Berichte teilweise nicht ausreichend geprüft, verspätet weitergeleitet oder sogar verworfen. Besonders kritisch: Interne Richtlinien erlaubten es offenbar, Meldungen zu ignorieren, wenn Patienten oder Ärzte selbst keinen Zusammenhang mit dem Medikament vermuteten – obwohl genau solche Fälle laut Gesetz gemeldet werden müssen.
Auffällig ist zudem ein sprunghafter Anstieg gemeldeter Nebenwirkungen im Sommer 2025. Innerhalb einer Woche reichte das Unternehmen rund 11.000 Berichte ein, darunter mehr als 1.800 schwerwiegende Fälle. Warum diese Meldungen gebündelt und verspätet erfolgten, blieb unklar.
Novo Nordisk weist die Vorwürfe teilweise zurück. Das Unternehmen betont, dass die gemeldeten Fälle keinen direkten Zusammenhang mit den Medikamenten beweisen. Gleichzeitig kündigte es an, die internen Prozesse zu verbessern und die Kritikpunkte der FDA aufzuarbeiten.
Parallel wächst der juristische Druck: Tausende Patienten haben bereits Klage eingereicht. Sie werfen dem Konzern vor, Risiken der Medikamente heruntergespielt zu haben. Anwälte sprechen von einer deutlich größeren Zahl nicht gemeldeter Nebenwirkungen.
Die FDA hat bislang keine Sanktionen verhängt, doch Warnschreiben gelten als ernstzunehmende Vorstufe möglicher Maßnahmen. Es ist bereits das dritte Schreiben innerhalb von sechs Monaten – ein ungewöhnlich kurzer Zeitraum.
Die Abnehmspritzen zählen zu den erfolgreichsten Medikamenten weltweit. Schätzungen zufolge nutzen allein in den USA mehr als 30 Millionen Menschen sogenannte GLP-1-Präparate. Der Fall zeigt jedoch, dass mit dem Boom auch die Fragen nach Sicherheit und Transparenz lauter werden.
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